Museum „Haus des Bergmanns“ in Kamp-Lintfort

 

 

Das Eckhaus an der Ebert-/Antonstraße in Kamp-Lintfort, das heute das Museum „Haus des Bergmanns“ ist, wurde um das Jahr 1910 herum erbaut. Es ist ein Zechen-Doppelhaus, das zwei Familien Platz bot, und liegt inmitten der Kolonie, heute Altsiedlung genannt, östlich des Bergwerks West, vormals Friedrich Heinrich. Im Laufe der knapp 100 Jahre seiner Nutzung als Wohnhaus haben sowohl die Zeche als auch die Bewohner zahlreiche Um- und Einbauten darin vorgenommen, um es den Erfordernissen an Modernität und Komfort anzupassen.

 

Als die Stadt Kamp-Lintfort im September 2004 das Haus von der Rhein-Lippe Wohnen GmbH kaufte, um darin unter der Trägerschaft der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e.V. ein Bergbau-Museum einzurichten, mussten alle nachträglichen Veränderungen des Hauses beseitigt werden, um es in seinen Originalzustand zurückzuversetzen. Gleichzeitig war modernen Standards Rechnung zu tragen, zum Beispiel bei der Heizanlage, der Wasser-Versorgung und den Elektro-Installationen.

 

Für die erforderlichen Arbeiten kamen finanzielle Mittel von der Stadt Kamp-Lintfort und der Sparkasse Duisburg-Stiftung. Die Stadt erbrachte zudem wesentliche Planungs- und Koordinierungsleistungen. Die Umgestaltung des Hauses begann im Februar 2005. Unter Leitung von Gerd Lohmann von der Fördergemeinschaft waren daran weitere Mitarbeiter der Fördergemeinschaft, örtliche Handwerksbetriebe und Mitglieder einer Arbeitslosen-Projektgruppe der Stadt beteiligt.

 

Die zu treffenden Maßnahmen waren vielfältig. Die Fundamente mussten freigelegt werden, um das Haus zu isolieren. In die Fensterrahmen wurden Sprossenfenster eingefügt. Das Dach erhielt eine neue Eindeckung mit Tonpfannen und Schiefer. Die Eingangsbereiche wurden, wie ursprünglich üblich, wieder in kleine offene Veranden verwandelt. Mauern mussten durchbrochen und Träger eingezogen werden. Den größten Eingriff stellte die Schaffung eines neuen großen Raumes im Keller dar, der sich über die gesamte Breite beider Häuser zieht und als Strecke unter Tage ausgebaut ist. Dazu kamen Verputzer-, Anstreicher-, Tapezierer- und Fliesenleger-Arbeiten. Dank guter Koordination und großen Arbeitseinsatzes aller Beteiligten gingen die einzelnen Bauabschnitte zügig und planmäßig voran, und am 19. März 2006 wurde in feierlichem Rahmen in einem Festzelt an der Ebertstraße das Museum „Haus des Bergmanns“ eröffnet.

 

Eine der Haushälften gewährt einen lebendigen Einblick in die Lebensumstände und Wohnverhältnisse einer Bergarbeiterfamilie in den 1920er/1930er Jahren des vorigen Jahrhunderts. In der anderen Hälfte vermitteln technisches Gerät, Grubengeleucht, Medaillen, Mineralien, Modelle, historische Fotos und eine ausgebaute Strecke Eindrücke von der Arbeit unter Tage.

 

Dieses museale Kleinod stellt ein eindrucksvolles Stück Zeitgeschichte dar.

Erleben Sie die Arbeitswelt eines Bergmanns.

Das Museum ist geöffnet sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr. Es ist während der Schulferien in NRW geschlossen. Sonderführungen sind während der Ferien und außerhalb der Öffnungszeiten generell nach telefonischer Absprache möglich.

 

Kontakt:

Museum „Haus des Bergmanns“

Ebertstraße 88

47475 Kamp-Lintfort

Jörg Kaenders

Telefon: 02842 – 41784

 

Eintrittspreise:

Erwachsene: 2,00 €

Schulpflichtige Kinder: 0,50 €

Eintrittskarten

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