Reisebericht 2013

 

 

Fahrt der Reisefreunde in der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e. V. nach Leiwen vom 30.06. bis zum 05.07.2013

Leitung: Helmut Beier

Gruppengröße: 85 Personen

 

Programm und Ausflüge:

  • Führung durch den Weinort Leiwen an der Mosel und Fahrt nach Idar-Oberstein
  • Fahrt nach Bernkastel-Kues und Schiff-Fahrt auf der Mosel
  • Fahrt zur Burg Eltz und nach Cochem oder alternativ Fahrt nach Luxemburg
  • Fahrt nach Trier
  • Fahrt nach Bendisberg und Besichtigung des Besucherbergwerks, anschließend Rückfahrt nach Kamp-Lintfort

 

Die Reise wurde aufgrund der Gruppengröße mit 2 Bussen durchgeführt. Das Transportunternehmen war, wie auch in den vergangenen Jahren, das Unternehmen „Milos Busreisen“. Ziel der Reise in diesem Jahr war der Weinort Leiwen an der Mosel.

 

1. Tag: Anreise

 

Wegen der relativ kurzen Fahrstrecke bis dort konnte man sich es erlauben, erst um 08:00 Uhr aus Kamp-Lintfort abzufahren. Das kam der Befindlichkeit der Reisegruppe natürlich zugute. Ausgeschlafen reist es sich halt leichter.

 

Doch keine Reise ist ohne eine entsprechende Unterbrechung zu bewältigen. Und so wurde nach gut zweistündiger Fahrzeit erst einmal ein kulinarischer Zwischenstopp eingelegt. Danach ging es gestärkt weiter auf die letzte Etappe.

 

Auf der Autobahn kamen wir zügig voran. Wir erreichten nach einer Fahrzeit von ca. 4 Stunden, kurz vor unserem Zielort, die Abfahrt der Autobahn in Richtung Mosel. Die Landschaft wurde jetzt hügeliger, beschaulicher. Grüne Felder, Wiesen und Waldbestände wechselten einander ab. Oft rückten steile Böschungen bis dicht an die Straße heran. Dieses Landschaftsbild wurde optisch nur von kleineren Orten unterbrochen, die an der Strecke lagen. Wir waren in den Ausläufern der Eifel unterwegs.

 

Nach diesen landschaftlichen Gegebenheiten weitete sich plötzlich die Sicht und gab den Blick frei auf das Moseltal. Es ging noch ca. 3 km an der Mosel entlang und dann einen Hügel herauf zu unserer Hotelanlage Eurostrand. Hier wollten wir die nächsten Tage wohnen. Von der Anlage herab schaute man auf den Weinort Leiwen, idyllisch an einer Moselschleife gelegen.

 

Nach der Ankunft gab es das erste Mittagessen, dann erfolgte die Zimmerverteilung.

 

Der Rest des Tages war organisatorischen Dingen vorbehalten, Koffer auspacken und sich einrichten, ein wenig ausruhen bzw. die weiträumige Anlage erkunden. Anschließend traf sich die Gruppe wieder zum gemeinsamen Abendessen.

 

Die Hotelanlage Eurostrand liegt, wie schon erwähnt, auf einem Bergrücken oberhalb der Mosel. Sie wird eingerahmt von Weinbergen und bewaldeten Bergkuppen. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick in das Moseltal.

 

Die Anlage ist sehr weitläufig. 80 Häuser mit je 4 Doppelzimmern liegen verteilt in einer großzügig angelegten Parklandschaft. Die Zimmer sind sauber und gut ausgestattet, laut Katalog mit 4 Sternen bewertet. Die Wohneinheiten gliedern sich um einen zentralen Bereich, in dem Restaurant, Aufenthaltsräume, Rezeption sowie Hallenbad, Sauna Fitnesscenter mit Wellnessbereich, Kegel- und Bowlingbahnen untergebracht sind. Und für die, die abends besonders gut drauf sind, gibt es eine Veranstaltungshalle mit einer Bühne. Hier wurden Abendshows mit Lifemusik und DJ geboten, und wer will, kann das Tanzbein schwingen.

 

Alle Leistungen der Hotelanlage Eurostrand wie Essen, Getränke und die Benutzung der Freizeitanlagen während des gebuchten Aufenthaltes sind inklusiv.

 

2. Tag: Eine Wanderung durch Leiwen und ein Ausflug nach Idar-Oberstein

 

Am Morgen des nächsten Tages stand eine geführte Wanderung durch Leiwen auf dem Plan. Wie die örtliche Reiseführerin Irene berichtete, wurden die Weinberge der Umgebung schon vor 2000 Jahren von den Römern angelegt. Der Ort selber gründete sich jedoch wesentlich später und wird erstmalig im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Einige Fachwerkhäuser, teilweise liebevoll restauriert, zeugen heute noch von dieser Zeit, so das Zehnthaus, ein Fachwerkständerhaus. Hier wurden die Erträge der Bauern gelagert, die sie als Zehntel ihrer Ernte abliefern mussten. Sie dienten der Bevorratung, die der Bevölkerung in Notzeiten helfen sollte. Einige Häuser in der dörflichen Bausubstanz zeigten sich allerdings in baufälligem Zustand. Sie zeugen davon, dass junge Leute den Ort verlassen, um woanders eine Arbeitsstelle zu finden. Längst ernährt der Weinberg den Besitzer nicht mehr. Die meisten Weinbauern fahren zweigleisig. Sie bieten neben ihrer ursprünglichen Arbeit vermehrt Fremdenzimmer an und setzen verstärkt auf den Tourismus. Ihre Erzeugnisse aus den Weinbergen verkaufen sie hauptsächlich in Straußenwirtschaften. Diese wurden von unseren Gruppenmitgliedern gerne aufgesucht.

 

Von der Lage her ist Leiwen ein guter Ausgangspunkt, um das Moseltal zu erkunden, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Die historischen Orte Trier und Luxemburg liegen nicht weit entfernt und sind für Tagesausflüge interessante Ziele. Dorthin werden z. B. Busreisen mit organisierten Stadtführungen angeboten.

 

Für den Nachmittag war eine Fahrt nach Idar-Oberstein vorgesehen, einem Ort im Nahe-Tal, nicht weit von Leiwen entfernt.

 

Er ist bekannt für seine Edelsteingewinnung und deren Verwertung. Die Gewinnung gehört allerdings der Vergangenheit an und ist heute nur noch Geschichte. Der Abbau ist schon länger nicht mehr rentabel. Die Verwertung aber ist stetig fortgeschritten. Sie baut auf dem hohen handwerklichen Erfahrungsschatz von Generationen auf und hat sich dank moderner Technik immer weiter entwickelt. Über Idar-Oberstein hinaus hat sie einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert für die ganze Region.

 

Ziel unserer Fahrt nach Idar-Oberstein war es natürlich, so einen Betrieb kennenzulernen. Unsere Wünsche wurden dann beim Besuch der Edelsteinschleiferei „Erwin Hess“ erfüllt, einem renommierten Betrieb auf diesem Gebiet in Idar-Oberstein.

 

Die Gruppe wurde sehr freundlich von der Geschäftsführerin des Hauses empfangen. Sie führte uns durch einen Ausstellungsraum, in dem die Steine ausgestellt waren, die im angrenzenden Betrieb verarbeitet wurden. Vor allen Dingen für geologisch Interessierte waren die Exponate, die in den Vitrinen lagen, eine Augenweide. Es war außerdem interessant zu hören, aus welcher Herren Länder die Steine kamen und auf welchen Märkten sie gekauft wurden, um in Idar-Oberstein zu Schmuck verarbeitet zu werden.

 

In der Werkstatt herrschte zum Zeitpunkt unseres Besuches Betriebsruhe. So konnte die Gruppe ungestört den Ausführungen des Werkstattmeisters folgen. Er erklärte in sehr anschaulicher Weise den Werdegang eines Schmucksteins, und zwar vom Rohling bis zum begehrten Verkaufsobjekt. Wir durften sogar an der Herstellung eines Objektes teilhaben. Er schliff für die Gruppe aus einem Rohling, Material „Dalmatinerlapis“, einen verkaufsfertigen Stein. Jede Dame der Gruppe bekam so einen Schmuckstein als Andenken geschenkt, und für 12,-- € konnte man ihn in Gold fassen lassen.

 

Beim anschließenden Gang durch die Geschäftsräume bekamen dann trotzdem noch viele Damen ein gewisses Glänzen in die Augen, und so mancher Euro wechselte die Besitzerin oder den Besitzer.

 

3. Tag: Eine kleine Moselfahrt

 

Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus nach Bernkastel-Kues und dort aufs Schiff zu einer Fahrt über die Mosel. Wie immer in den letzten Tagen, so auch heute, meinte es der Wettergott gut mit uns, beste Voraussetzung für eine beschauliche Moselfahrt. Unsere Gruppe hatte schnell die interessanten Plätze des Schiffes belegt und sich mit Getränken eingedeckt.

 

Es ging zunächst moselabwärts, vorbei an kleinen Weinorten und rebenbestandenen Berghängen. Auf Sicht voraus schien das Flusstal sehr eng. Fast immer rückten Orte und Weinberge so dicht an den Strom heran, dass manchmal nur noch wenig Platz für eine Straße an einem Ufer entlang war.

 

Wie immer waren die Ansprüche an eine solche Reise unterschiedlich. Während die Einen, von den optischen Eindrücken begeistert, die Landschaft Revue passieren ließen, diskutierten die Anderen wichtige Themen beim Gläschen Wein. Jeder genoss die Fahrt auf seine Weise.

 

Bei der Rückfahrt dann eröffnete sich zum Abschluss noch einmal ein toller Blick auf Bernkastel-Kues mit seiner Altstadt und den herausragenden Fachwerkhäusern und darüber, auf einem Berg, alles überragend, auf die Burgruine „Landshut“. Sie ist von der Stadt aus zu erwandern. Von ihr aus soll man einen grandiosen Panoramablick über die Eifel und den Hunsrück haben.

 

Im Anschluss an diese geruhsame Moselfahrt war eine Stadtführung durch die Altstadt von Bernkastel-Kues angesagt, eigentlich ein Muss für jeden Besucher dieser Gegend. Mit einem Stadtführer ging es durch den mittelalterlichen Stadtkern des Ortes mit seinen romantischen Gassen und malerischen Winkeln. Schmucke Fachwerkhäuser deuten auf den einstigen Wohlstand seiner Besitzer hin. Als besonderes Juwel dieser liebevoll restaurierten Bausubstanz gilt das „Spitzenhäuschen“, ein Kleinod von einem Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert. Es gehört wohl zu den meist fotografierten Motiven der Mosel.

 

Auch heute fuhr die Gruppe, mit vielen neuen Eindrücken versorgt, zur Hotelanlage Eurostrand zurück.

 

4. Tag: Wanderung zur Burg Eltz und Besuch des Weinortes Cochem oder alternativ eine Fahrt nach Luxemburg

 

Das Kontrastprogramm Luxemburg wurde denen angeboten, die weniger wanderfreudig waren bzw. Großstadtflair liebten.

 

Für die Wanderfreunde ging es zunächst mit dem Bus auf einen Parkplatz in der Nähe der Burg Eltz und von hier aus auf die Strecke. Der Weg war sehr hügelig. Er führte durch ein Waldgebiet, das teilweise von einem Bachlauf durchflossen wurde. Manchmal gab der Wald den Blick frei auf tiefe Taleinschnitte. Die Sicht war heute allerdings stark eingetrübt. Es war dunstig, und hin und wieder regnete es. Nach einer etwa 30-minütigen Wanderung bot sich der erste Blick auf die Burg Eltz. Sie liegt majestätisch und erhaben auf einer Bergkuppe, eine typische Höhenburg der damaligen Zeit. Sie macht einen wehrhaften Eindruck. Unser Ziel lag in Sichtweite. Doch noch trennte uns ein steiler Anstieg von unserem Wanderziel. Aber nach ca. 20 Minuten war auch dieser Abschnitt geschafft.

 

Auf dem Burghof wurden wir von einem jungen Mann empfangen. Er stellte sich der Gruppe als Burgführer vor. Auf dem Gang durch das Gebäude erfuhren wir, dass die Burg im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Sie liegt etwa 320 m über dem Meeresspiegel im Tal der Elz, die das Maifeld von der Vordereifel trennt. Der junge Mann berichtete sehr ausführlich über die Geschichte der Burg. Mit besonderem Stolz erzählte er, dass sie in ihrer langjährigen Geschichte nie zerstört worden ist, während fast alle Befestigungen der Region den Angriffen des französischen Königs Ludwig XIV. zum Opfer fielen.

 

Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass die Burg Eltz viele Jahre den 500,--DM-Schein der BRD zierte.

 

Auf der Fahrt nach Cochem klarte dann das Wetter auf, und die Sonne kam hervor, eine ideale Voraussetzung, um durch den attraktiven Weinort zu wandern. Von einem Terrassencafé auf einer Anhöhe aus hatte man einen herrlichen Blick über den Ort und das Moseltal zu seinen Füßen. Bei Kaffee und Kuchen konnte man die Tageserlebnisse gedanklich vorüberziehen lassen.

 

Von dem Alternativausflug nach Luxemburg kann der Autor nicht ausführlich berichten, weil er an der Wanderung zur Burg Eltz teilgenommen hat.

 

Es ist aber bekannt, dass die Gruppe eine Führung durch die Luxemburger Kathedrale hatte. Anschließend ging es zum Großherzoglichen Schloss. Eine Besichtigung war dort nicht vorgesehen. Die Gruppe machte dann einen Bummel durch die Altstadt und über den historischen Markt. Das Wetter soll genau so bescheiden gewesen sein wie auf der Wanderung zur Burg Eltz.

 

5. Tag: Fahrt nach Trier

 

Dies war eine Nachmittagsveranstaltung, an der die ganze Gruppe teilnahm.

 

Von seinem Bekanntheitsgrad und der kulturellen Bedeutung her war Trier sicherlich das touristische Highlight unserer gemeinsamen Ausflüge in diesen Tagen.

 

Mit ihrer großen geschichtlichen Vergangenheit und ihren vielen Baudenkmälern aus dieser Zeit zählt die Stadt heute immerhin zu den UNESCO-Weltkulturgütern und ist das ganze Jahr über ein großer Touristenmagnet.

 

Die Stadt Trier ist aber auch wegen ihrer Lage und Größe die bedeutende Verwaltungs- und Einkaufsstadt der Region.

 

Mit dieser Beschreibung soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Trier für jeden Geschmack etwas zu bieten hat.

 

Eine Gruppe von mehr als 80 Personen konnte aber nicht geschlossen durch die quirlige Stadt geführt werden, und man kam schnell zu der Erkenntnis, dass man sich aufteilen muss. Man ging zwar noch geschlossen durch die Porta Nigra, teilte sich dann aber schnell in kleine Gruppen, um die Stadt nach Interessenlage zu erkunden. An einer angebotenen Domführung nahmen etwa 25 Personen teil.

 

Am Bus aber waren alle wieder pünktlich zur vereinbarten Zeit. Auf der Fahrt zur Hotelanlage Eurostrand wurde sich reichlich ausgetauscht über die unterschiedlichen Erlebnisse des Nachmittags.

 

6. Tag: Rückreise

 

Noch einmal durften wir uns am reichhaltigen Frühstücksbüfett bedienen, bevor es auf die Fahrt nach Hause ging. Anschließend wurden die Koffer eingeladen, und es ging in Richtung Heimat.

 

Unterwegs gab es noch einen Stopp am Besucherbergwerk Bendisberg in der Eifel. Hier hieß man die Gruppe freudig willkommen, denn die Fördergemeinschaft hat dort einen guten Ruf und genießt hohes Ansehen. Hat sie doch in den Jahren 2003 – 2007 wesentlich dazu beigetragen, die Blei- und Zinkgrube Bendisberg aufzuwältigen und als Besucherbergwerk in der heutigen Form zu erschließen.

 

Bei einem deftigen Essen – Erbsensuppe mit Einlage – wurden viele gemeinsame Erinnerungen wach und in Gesprächen am Tisch aufgefrischt. Wer wollte, der konnte an einer Besichtigung des Bergwerkes teilnehmen. Die Gelegenheit wurde von mehreren Teilnehmern genutzt.

 

Doch dann war der Zwischenstopp zu Ende, und es ging auf die letzte Etappe der Reise. Ich glaube, darin waren sich alle einig, es war mal wieder eine schöne Tour für die Reisefreunde der Fördergemeinschaft.

 

Text: Heinz Joussen

Fotos: Bodo Jesse