Reisebericht 2012

 

Bericht über die Exkursion zur Ferienanlage „Eurostrand“ vom 01. bis 06. Juli 2012 in Fintel, ausgearbeitet für die Reisefreunde in der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e. V. vom Kassierer Helmut Beier. Teilnehmer: 76 Personen.

 

Erster Tag (Sonntag)

Abfahrt am Knappenheim um 10:00 Uhr. Die freie Fahrt dauerte aber nicht lange: rund um Duisburg waren alle Autobahnen zu. Doch der gewiefte Busfahrer Milo hat noch ein Loch gefunden, um auf die B-224 zu kommen, die dann nahtlos in die A-52 übergeht. Weiter über die A-43 und die A-1 sind wir bis zum Rasthof „Münsterland“ gefahren. Hier wurde die große Pause mit reichhaltigem, gut sortiertem Imbiss gemacht. Nach ca. 1 Stunde wurde die Fahrt über die A-1 bis zur Abfahrt Stuckenborstel fortgesetzt. Weiter ging es über die B-75, Land- und Kreisstraßen zum Quartier „Eurostrand“ in Fintel, wo wir um 16:15 Uhr ankamen. Auf der gesamten Fahrt herrschte wechselhaftes Wetter, Wolken und Sonne, aber trocken. Der Empfang war freundlich. Kaffee konnte gratis genommen, alle alkoholischen Getränke mussten bezahlt werden, weil die „all in“-Leistungen erst ab 17:00 Uhr galten. Um 17:00 Uhr wurden die Zimmer bzw. die Häuser zugeteilt – 6 Zimmer in jedem Haus. Die Zimmer waren klein; die Schallisolierung der Häuser ließ zu wünschen übrig. Die Ferienanlage selbst war o. k.: ein großes Schwimmbad (25 m x 12 m), eine Minigolfanlage, ein Freiluftschachbrett, sowie eine Bowlinganlage mit 8 Bahnen. Fahrräder konnte man gegen eine Gebühr von 6,00 € je Tag ausleihen. Es gab auch genügend Rückzugsräume für jedermann. Von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr konnte das Abend-Buffet eingenommen werden. Vorab sei hier gesagt: alle Buffets waren ohne Makel, vielseitig, reichlich und phantasievoll angerichtet. Dem Koch ein besonderes Dankeschön! Die Abendunterhaltung begann um 19:30 Uhr mit Bingo bis 20:45 Uhr. Ab dann konnte man das EM Fußballspiel Spanien gegen Italien auf einer Großbildleinwand anschauen. Ergebnis: Vier zu Null für Spanien. Schöner Tagesabschluß.

 

Zweiter Tag (Montag)

08:00 Uhr — Frühstücks-Buffet

Heute war ein Halbtagsausflug mit Kutschfahrt in die Heide bei Schneverdingen im Programm.

10:00 Uhr Abfahrt mit dem Bus zum Kutschenparkplatz bei Schneverdingen. Die Busfahrt dauerte ca. 20 Minuten. Nachdem alle einen Sitzplatz auf der Kutsche eingenommen hatten, ging die Fahrt ca. 1 Stunde durch die Heide, die allerdings noch nicht in Blüte war, zum Heidepark. Die Fahrt war wunderschön, wenn auch etwas rumpelig. Unterwegs sind wir an einer Heidschnucken-Herde vorbeigefahren. Die Heidschnucken sehen zwar aus wie Schafe, haben aber keinen Wollpelz wie diese, sondern Haare wie wir Menschen. In der Herde befanden sich ein Esel und mehrere Ziegen, was sehr ungewöhnlich ist, doch der Esel wurde so vor dem Metzger gerettet. Im Heidegarten konnten etwa 150 Heide-Arten bewundert werden.3 Arten haben schon geblüht, sogenannte Frühblüher. Es waren auch zwei originale Heidehäuser zu bestaunen. In dem größeren gab es ein Café, in dem kleineren eine Toilette. Um 12:00 Uhr holte uns der Bus am Heidepark ab und brachte uns wieder zum Hotel. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Um 18:00 Uhr wurde zum Abend-Buffet geladen. Das Abendprogramm begann um 20:00 Uhr mit einer Modenschau der hoteleigenen Boutique. Einige Damen aus unserer Gruppe haben sich als Models zur Verfügung gestellt. Gute Vorstellung. Anschließend Tanz mit DJ-INGO. Die alten Ohrwürmer, die er spielte, haben sofort gezündet, und das Tanzbein wurde kräftig geschwungen, bis zum Abpfiff um 23:30 Uhr.

 

Dritter Tag (Dienstag)

08:00 Uhr — Frühstücks-Buffet

Vor dem Frühstück waren schon, wie auch an den Tagen zuvor, einige Leute schwimmen und haben an der Wassergymnastik teilgenommen, so dass sie entsprechend hungrig waren.

10:00 Uhr Bosseln auf den Straßen rund um die Anlage Eurostrand. An jeder Kurve gab es einen Schnaps, und so ist man dann gegen 12:00 Uhr wieder am Ausgangspunkt vor der Anlage, leicht beschwipst, angelangt. Von unserer Gruppe haben 26 Leute teilgenommen.

12:00 Uhr — Mittags-Buffet

13:00 Uhr — Ausflug nach Lüneburg

An diesem Halbtagsausflug haben 12 Leute unserer Gruppe teilgenommen. Nach Rückkehr der Ausflügler war zu hören, dass sie begeistert waren von der Stadt Lüneburg, die sie bei einer einstündigen Stadtführung kennengelernt haben. Eine Zeitreise: der Rundgang durch die Altstadt, vorbei am wunderschönen alten Rathaus, dem historischen Wasserturm, durch die Flaniermeile Schröderstraße, weiter zum Hafenviertel mit Stintmarkt und dem alten Kran. Ein Aufstieg auf den Kalkberg wäre auch lohnenswert gewesen, aber dazu hat die Zeit nicht gereicht. Für die Hin- und Rückfahrt sind immerhin fast 3 Stunden draufgegangen.

14:00 Uhr — Ausflug zum Lüneburger Wildpark

An diesem Halbtagsausflug haben 62 Leute unserer Gruppe teilgenommen. Die Anfahrt zum Wildpark dauerte 50 Minuten. Sofort war zu erkennen, dass dieser Park hervorragend angelegt ist. Europäische Wildarten waren fast vollständig vertreten, die Pflanzenwelt gut gemischt. Ein Genuss für jeden Parkliebhaber und Wanderfreund. Drei Rundwege mit unterschiedlicher Länge führten durch den Park: Weg 1 = 120 Minuten, Weg 2 = 75 Minuten, Weg 3 = 45 Minuten. An den Wegen lagen verschiedene Tiergehege, die großräumig angelegt und bestaunenswert sind. Kurz nach 17:00 Uhr waren wir wieder in der Anlage zurück. Einhelliges Urteil: Ein gelungener Ausflug.

18:00 Uhr — Abend-Buffet

20:00 Uhr — Abendunterhaltung

Zuerst ist ein Bauchredner aufgetreten, der seinen Auftritt gut gestaltet hat. Aus dem Publikum hat er sich 2 Medien ausgesucht, die seinem Auftritt ein ganz besonderes Flair gaben. Der Mann war aus Lübeck und hatte das entsprechende Aussehen eines Mediums. Die Dame, die dann von dem Lübecker ausgesucht wurde, war 90 Jahre alt, kam aus Wuppertal und war gut drauf. Die drei waren in dieser Zusammensetzung ein fast unschlagbares Team und haben gute Unterhaltunggeboten. Anschließend spielte ein DJ zum Tanz auf. Aber DJ ist nicht gleich DJ, und so sind auch erst nach dem fünften Lied einige Paare auf dem Tanzboden erschienen und haben ein paar Tänze absolviert. Danach haben sich die Reihen schnell gelichtet. Auch der harte Kern hat gestreikt, und das hat bestimmt nicht am mangelnden Durchhaltevermögen gelegen.

 

Vierter Tag (Mittwoch)

08:00 Uhr — Frühstücks-Buffet

Auch heute haben einige Leute das Schwimmbad genutzt, aber es werden immer weniger.

09:00 Uhr — Ausflug zur Landeshauptstadt von Niedersachsen — Hannover.

10:00 Uhr — Ausflug nach Celle

Unsere gesamte Gruppe hat sich für den Ausflug nach Celle entschieden. Das war wohl eine gute Entscheidung, denn Celle ist eine attraktive Stadt mit einer herrlichen Altstadt, mit vielen Fachwerkhäusern und engen Gassen, aber auch einem sehenswerten Fußgängerbereich. Geschäfte, Gaststätten und Cafés: alles reichlich vorhanden. Celle hat auch ein sehenswertes Schloss mit einem wunderschönen Park, der zu ausgiebigen Spaziergängen einlädt. Die Kirche St. Marien ist ein Kleinod der Stadt. Ursprünglich war St. Marien katholisch. Heute ist sie, der Reformation geschuldet, die evangelische Stadtkirche. Bei der Ankunft in Celle, das auch das Tor zur Lüneburger Heide genannt wird, standen mehrere Stadtführerinnen bereit, die uns die Stadt in allen Einzelheiten erklärten. Erwähnenswert ist auch, dass unsere Verbündeten, die Engländer, abziehen, und das wird 3 Tage gefeiert.

Um 15:30 Uhr wurde die Rückfahrt angetreten, obwohl 4 Personen nicht ausfindig zu machen waren. Bei der Ankunft im Hotel waren aber alle wieder da.

18:00 Uhr — Abend-Buffet

20:00 Uhr — Abendunterhaltung

Zunächst wurde vom Hotelpersonal das Musical „Sister Act“ Playback vorgeführt. Eine absolute Spitzenleistung. Das wurde von allen Anwesenden mit tobendem Applaus bestätigt. Anschließend spielte wieder ein DJ zum Tanz auf, und das Tanzbein wurde kräftig geschwungen. Mal wieder wurde es spät, aber wir hatten ja den nächsten Morgen „frei“.

 

Fünfter Tag (Donnerstag)

08:00 Uhr — Frühstücks-Buffet

10:00 Uhr — Skatturnier

Von unserer Gruppe haben 2 Personen, Werner Kröger und Lutz Szynka, von den anderen Hotelgästen 3 weitere Personen teilgenommen. Die Skatspielerin vom Hotelpersonal war zwar ausgebufft, aber Lutz hat sich nicht einschüchtern lassen und die Goldmedaille am langen Bande gewonnen, die er, um dem Hals hängend, mit Stolz und zu Recht präsentierte.

12:00 Uhr — Mittags-Buffet

13:00 Uhr — Abfahrt zum letzten Halbtagesausflug nach Hamburg

Von unserer Gruppe nahmen 73 Personen teil. Insgesamt sind 2 Busse gefahren. Auf der Hinfahrt hat der Busfahrer die Wegstrecke erklärt. In Hamburg ging die Fahrt über die Köhlbrandbrücke, durch den Freihafen, über die neuen Elbbrücken, durch die alte Speicherstadt, zu den berühmten Landungsbrücken, wo die Stadtführerin in den Bus stieg. Sie ist eine echte „Hamburger Deern“, hat 18 Jahre in Hamburg und Umgebung Taxi gefahren und kennt so jeden Winkel der Stadt und so manches Histörchen. So war die Stadtrundfahrt lehrreich und amüsant. Zunächst ging die Fahrt über die Reeperbahn, vorbei an Herbertstraße, Davidswache, Panoptikum zur Michaeliskirche, die von den Hamburgern liebevoll „Unser Michel“ genannt wird. Hamburg hat mehr als 2.000 Brücken, einige davon führen über die Fleete in der alten Speicherstadt. Über die Fleete sind die Lastkähne bis direkt an die Ballenhäuser geschippert, wo sie mit den hauseigenen Hebezeugen entladen wurden. Hier werden auch heute noch wertvolle Waren gelagert, z. B. Teppiche, Gewürze, Kaffee und Tee. Einige Museen haben sich hier angesiedelt, sowie das Dungeon und Deutschlands größte Modelleisenbahn-Anlage. Am Rande der Speicherstadt werden z. Zt. ein neues Kreuzfahrtterminal errichtet und die neue Elbphilharmonie, über der ständig der Pleitegeier kreist. Auf der Shopping-Meile Mönckebergstraße reiht sich Geschäftsgalerie an Geschäftsgalerie; hier kann man für Geld alles Käufliche erwerben. Vorbei geht es am Rathaus, vor dem z. Zt. der Stuttgarter Weinmarkt seine Buden aufgeschlagen hat und sich um Kunden bemüht, wie jedes Jahr. Die Fahrt geht weiter zur Außenalster, wo die Villen der Reichen und die Hotels der Superlative zu bewundern sind. Zu jeder Villa und zu jedem Hotel konnte die Stadtführerin eine Geschichte erzählen. Nach Umrunden der Außenalster ging es zurück zum Jungfernstieg, zum Ballindamm, wo unser Bus auf uns wartete. Um 17:00 Uhr haben wir dort die Rückfahrt angetreten. Der Busfahrer, der jahrelang LKW bei einer Möbelspedition gefahren hat, war nicht nur nett, sondern er kannte sich auch gut aus und konnte uns viel über Land und Leute erzählen, bis wir gegen 18:00 Uhr zurück im Hotel waren.

18:00 Uhr — Abend-Buffet, heute mit Sekt-Empfang

20:00 Uhr — Abendunterhaltung

Heute hat die Gastkünstlerin Anni Perka als Helene-Fischer-Double mit deren Liedern das Abendprogramm eröffnet. So mancher Ohrwurm wurde von ihr stimmlich perfekt vorgetragen. Entsprechend heimste sie auch donnernden Applaus ein. Nach lauten Zugaberufen hat sie sich nicht lumpen lassen. Besser hätte man kaum ein Abendprogramm eröffnen können. Anschließend gab es noch mal Tanzmusik mit einem DJ, und die Tanzfläche war bis zum Ende gut besucht. Eigentlich wollten wir ja früher zu Bett gehen, aber es ist beim guten Vorsatz geblieben. Wir mussten ja nicht fahren und konnten im Bus ein Nickerchen machen. Einmal geht halt jeder Urlaub zu Ende.

 

Sechster und letzter Tag (Freitag)

07:30 Uhr — Frühstücks-Buffet, 30 Minuten früher als sonst

09:00 Uhr — Abfahrt nach Kamp-Lintfort, nach Hause

Die Rückfahrt erfolgte auf den gleichen Straßen wie bei der Hinfahrt. Allerdings konnten wir ab Münster auf der A-43 und A-2, weiter auf der A-42 störungsfrei bis nach Kamp-Lintfort fahren, wo wir gegen 15:00 Uhr ankamen. Unterwegs haben wir auf dem Rasthof „Tecklenburger Land“ gegen 12:00 Uhr eine Rast von 45 Minuten gemacht, um den Inhalt unseres Lunchpaketes aufzuessen und die Toilette aufzusuchen. Noch einmal 15 Minuten auf dem Rasthof „Hohe Mark“, Biopause. Am Knappenheim standen schon 7 Taxen bereit, die Helmut vom Bus aus bestellt hatte.

 

Mit unserem Bergmannsgruß „Glück auf“ schließe ich diesen Bericht.  

 

Text: Heinrich Josef Rubröder

Fotos: Bodo Jesse