Reisebericht 2011

 

26.06. – 02.07.2011: Manfred Braems

03.07. – 09.07.2011: Helmut Beier

 

Sonntag, 03.07.2011

Milo hat sich selbstständig gemacht. So fuhr er uns zum ersten Mal als sein eigener Chef in seinem eigenen Bus in den Urlaub. Los ging`s um 08:00 Uhr ab Knappenheim. Die Versorgung an Bord mit Kaffee und Getränken übernahm Gisela Zwerner. Es waren auch reichlich Spenden an stärkenden Tropfen eingegangen, und die Stimmung im Bus war fröhlich und gelöst.

 

Nach gut sechs Stunden Fahrt mit drei Pausen, die erste mit dem beliebten Picknick, war das Ziel erreicht, das „Hotel Lamm“ in Mosbach. Es erfolgte die Zimmerverteilung, und dann war Zeit, sich einen ersten Eindruck von der Stadt zu verschaffen.

 

Die „Große Kreisstadt Mosbach Neckar-Odenwald“ ist eine historische Fachwerkstadt. Sie entstand um das Benediktinerkloster „Monasterium Mosabach“ herum und wird 826 erstmals urkundlich erwähnt. Heute zählt sie rund 25.000 Einwohner, hat einige interessante Sehenswürdigkeiten aufzuweisen, z. B. die Stiftskirche, die 1685 gerecht für Katholiken und Reformierte aufgeteilt wurde und bis heute von beiden Konfessionen als Gotteshaus genutzt wird, und ist dank ihrer geografischen Lage günstiger Ausgangspunkt für lohnende Ausflugsziele.

 

Montag, 04.07.2011

Das ursprünglich vorgesehene Programm wurde umgestellt, und so ging es heute nach Neckarsulm zu den Audi-Werken. Kaum jemandem ist bewusst, dass „audi!“ ein lateinisches Wort ist und „horch!“ bedeutet, Übersetzung des Namens (August) Horch, Automobilkonstrukteur und Firmengründer.

 

Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt und von ausgezeichneten Führern über die Arbeitsabläufe im Werk informiert. In einer Ausstellung konnten wir alte und neue Audi-Modelle bewundern. Nach einem guten Essen in der Werkskantine fuhren wir weiter nach Bad Wimpfen, entstanden in der Umgebung einer staufischen Kaiserpfalz. Die Stadt zeigt mit Toren und Türmen noch heute ein eindrucksvolles altertümliches Bild. Bekannt sind der Blaue Turm, das Hohenstaufen-Tor, die Pfalzkapelle und die Zwergarkaden des Saalbaus.

 

Dienstag, 05.07.2011

Am dritten Tag begleitete uns ein Reiseführer der Stadt Mosbach. Wir erkundeten auf dieser Tour die schönen alten Städte Erbach, Michelstadt und Miltenberg.

 

In Erbach besichtigten wir das Schloss der Grafen zu Erbach-Erbach mit seiner Antiken- und Mittelaltersammlung, der natur- und jagdkundlichen Sammlung und den Sammlungen von Möbeln und Kunsthandwerk. Diese Vielfalt – griechische und römische Skulpturen, mittelalterliche Rüstungen und Waffen, Schusswaffen, imposante Geweihe, Original-Möbel in Original-Räumen mit Wand- und Decken-Gestaltung, Porzellan, Glas und Keramik – macht den Besuch des Schlosses zu einem besonderen Erlebnis.

 

In Michelstadt machten wir mit dem Reiseleiter einen Bummel durch die Stadt und sahen dabei u. a. das zweitürmige spätgotische Fachwerk-Rathaus von 1484 und auf dem Marktplatz den schönen Brunnen mit dem heiligen Michael.

 

Miltenberg beeindruckte uns mit seinen noch von Mauern mit Tortürmen umschlossenen Fachwerkgassen.

 

Mittwoch, 06.07.2011

Der Bus brachte uns nach Eberbach am Neckar, wo wir an Bord eines Fahrgastschiffes gingen, das uns an den malerischen Städten Hirschhorn, Neckarsteinach und Neckargemünd vorbei durch vier Schleusen in dreieinhalb Stunden nach Heidelberg brachte.

 

Dort ging es mit dem Aufzug hinauf zum Heidelberger Schloss, das seit seiner Zerstörung Ende des 17. Jahrhunderts als Ruine die Stadt überragt. Zu sehen sind der Ottheinrichsbau und der Friedrichsbau, hervorragende Zeugnisse deutscher Renaissance-Architektur, und natürlich im Keller das berühmte „Heidelberger Fass“ mit einem Fassungsvermögen von 221.000 Litern Wein!

 

Nach einem Bummel durch die Altstadt brachte uns der Bus zurück nach Mosbach.

 

Donnerstag, 07.07.2011

Heute führte uns eine Fahrt mit dem Reiseleiter ins Taubertal.

 

Zunächst besuchten wir das Kloster Schöntal, ein ehemaliges Zisterzienser-Kloster, wie Kloster Kamp, aus dem 12. Jahrhundert.

 

Anschließend fahren wir nach Bad Mergentheim und sahen rund den Marktplatz hübsche Fachwerkbauten und das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Der schöne Eindruck wurde durch umfangreiche Straßenbaumaßnahmen etwas gestört.

 

Die nächste Station war Weikersheim, wo wir das Renaissanceschloss besichtigten, hervorgegangen aus einer mittelalterlichen Wasserburg, ehemalige Residenz und heute noch Wohnsitz der Grafen von Hohenlohe-Weikersheim. Um 1600 entstand der berühmte Rittersaal mit seiner weit gespannten Saaldecke, deren Kassetten mit Jagdszenen ausgemalt sind. Er ist einer der am besten erhaltenen Festsäle seiner Zeit.

 

Nicht minder beachtenswert ist der barocke Prachtgarten, dessen Abschluss eine Orangerie bildet und der mit zahlreichen Statuen geschmückt ist, u. a. mit den „Weikersheimer Zwergen“, Angehörigen des damaligen Hofstaates in Zwergengestalt.

 

Den Abschluss der Tour bildete ein Bummel durch Wertheim an der Mündung der Tauber in den Main. Um den Marktplatz herum stehen schöne Fachwerkbauten, und über der Stadt thront auf einem Bergsporn die große Burg Wertheim.

 

Freitag, 08.07.2011

Nach einem freien Vormittag ging`s am Nachmittag zur Burg Hornberg, Altersitz des Götz von Berlichingen (1480 – 1562), des Ritters mit der „eisernen Hand“ – er verlor als 24-Jähriger in einer Schlacht seine rechte Hand und trug fortan Prothesen aus Eisen –, den Goethe in seinem Drama „Götz von Berlichingen“ den skandalträchtigen Satz sagen lässt „Er kann mich im A....e lecken“!

 

Der heutige Burgherr Dajo von Gemmingen-Hornberg begrüßte uns und erläuterte das moderne Leben und Arbeiten in den alten Mauern. Im ehemaligen Marstall wurden wir mit Kaffee und Kuchen bewirtet, und anschließend erkundeten wir die große Burganlage, die für Burgenforscher ein bevorzugtes Ziel ist, weil sie Bauteile aus den verschiedensten Epochen aufweist: Bergfried, Turmpalas, Schildmauer, mehrere Wehrmauern hintereinander, Tore, drei Wohnbauten, Treppenturm, Kapelle und dazu eine ausgedehnte Vorburg.

 

Samstag, 09.07.2011

Das Ende einer schönen Urlaubswoche war gekommen. Gegen 10:00 Uhr begann unsere Heimreise, und gegen 17:00 Uhr stiegen wir vor dem Knappenheim aus dem Bus.

 

Der Dank gilt allen, Organisatoren und Mitreisenden. Sie haben gemeinsam eine erlebnisreiche, harmonische Woche gestaltet!

 

 

Text: Helmut Beier / Hanna Walgarth

Fotos: Bodo Jesse / Fritz Raßmann / Josef Rubröder