Sommerreise 2008 auf die Ostsee-Insel Rügen

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In diesem Jahr unternahmen die Reisefreunde in der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e.V. eine Reise auf die Ostsee-Insel Rügen. Die Reise erfolgte in zwei Gruppen; die erste war vom 22.06. bis zum 28.06.2008, die zweite vom 29.06. bis zum 05.07.2008 unterwegs. Wir gehörten zu der ersten Gruppe, die mit 49 Personen unter der Leitung von Helmut Beier reiste. Die zweite Gruppe, ebenfalls 49 Teilnehmer stark, wurde von Manfred Braems geleitet.

 

Die Insel Rügen ist mit 926 km² die größte und landschaftlich schönste Insel an der deutschen Ostseeküste. Nur durch die weniger als einen Kilometer breite Wasserfläche des Strelasundes wird sie vom Festland getrennt. Seit 1936 verbindet der Rügendamm die Insel mit der Hafenstadt Stralsund. Rügenbrücke ist der Name der im Jahre 2007 fertig gestellten Hochbrücke, die ausschließlich für den Kraftfahrzeugverkehr gebaut wurde. Beide Brücken werden parallel betrieben.

 

1. Tag

Unser Reiseziel war das „Rügenhotel“ in Sassnitz.

Nach dem Abendessen trafen wir uns auf einen Spaziergang durch den Stadthafen.

 

Die Stadt Sassnitz, ein staatlich anerkannter Erholungsort, liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen.

Besonders sehenswert ist die 274 Meter lange Hängebrücke, die seit 2007 das Stadtzentrum zwischen Bahnhof, Rügen-Galerie, Kurhotel und Hauptstraße mit dem Sassnitzer Hafen verbindet.

Der Glasbahnhof hat durch den Ausbau des neuen Fährhafens Sassnitz seine ehemalige Funktion verloren und beheimatet heute das Museum für Unterwasserarchäologie Sassnitz. Das Fischerei- und Hafenmuseum dokumentiert die Geschichte der Fischerei Rügens und des alten Sassnitzer Hafens. Zu den Exponaten gehört auch der Fischkutter „Havel“. Im Hafen liegt neben Ausflugsschiffen und Fischerbooten das britische U-Boot „Otus“ als museale Einrichtung.

 

2. Tag

Wir trafen uns im neunten Stockwerk unseres Hotels. Der Speisesaal bot uns einen herrlichen Ausblick auf den Stadthafen von Sassnitz. Der Tag begann mit einem reichhaltigen Frühstück, das an nichts fehlen ließ. Danach ging es zum Hafen. Hier wartete bereits ein Schiff auf uns, mit dem wir bei traumhaft schönem Wetter einen Ausflug zum Kreidefelsen unternahmen.

 

Die Kreidefelsen der Insel Rügen sind einer ständigen Erosion ausgesetzt. Mit jedem Sturm brechen große Stücke aus dem Felsen und reißen gelegentlich auch Bäume und Sträucher mit ins Meer. Der markanteste Punkt des Nationalparks ist der 118 Meter hohe Kreidefelsen „Königsstuhl“, der im Jahre 2004 mit in das Gelände des neuen Besucherzentrums einbezogen wurde. Die Plattform dieses aus der Küstenlinie herausragenden Kreidefelsens betreten im Schnitt jährlich 300.000 Menschen, um von dort aus auf die Ostsee und die benachbarten Küstenabschnitte blicken zu können.

Der „Kreidefelsen auf Rügen“ ist ein um 1818 entstandenes Gemälde von Caspar David Friedrich. Das Bild zeigt den Blick von den Kreidefelsen der Stubbenkammer, einem der damals schon bekanntesten Aussichtspunkte der Insel.

 

3. Tag

Heute wurde der Störtebeker Festspielplatz in Ralswiek besichtigt.

 

Die Störtebeker Festspiele bieten den Besuchern auf einer einzigartigen Naturbühne in Ralswiek Theaterstücke mit über 100 Mitwirkenden, Schiffen, Pferden und Spezialeffekten. An jedem Abend sieht man ein Feuerwerk über dem „Großen Jasmunder Bodden“, das den Besuch auf der Insel Rügen zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lässt.

 

Danach ging es zum Königsstuhl (Kreidefelsen) in den Nationalpark Jasmund. Als letzter Besichtigungspunkt des heutigen Ausfluges stand ein Besuch des Kaps Arkona auf dem Programm. Hier wurde uns ein herrlicher Blick auf die Ostsee geboten.

 

Kap Arkona ist eine 45 Meter hohe, aus Kreide und Geschiebemergel bestehende Steilküste im Norden der Insel Rügen auf der Halbinsel Wittow. Kap Arkona gehört neben dem Fischerdorf Vitt zur Gemeinde Putgarten und ist eines der beliebtesten Ausflugsziele auf Rügen mit jährlich etwa 800.000 Besuchern. Auf dem Kap befinden sich zwei Leuchttürme, ein Peilturm, zwei Militärbunker und einige touristisch genutzte Gebäude.

 

4. Tag

Heute stand eine südliche Entdeckungstour nach Prora, Binz und Sellin auf unserem Reiseprogramm. Prora erschreckt durch kalte NVA-Vergangenheit; Binz und Sellin hingegen bestechen durch beeindruckende Architektur und Schönheit.

 

Das Seebad Prora war ein zwischen 1935 und 1939 geplantes und zum Teil auch errichtetes Seebad auf Rügen. Nach seiner Fertigstellung sollten hier durch die Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF) 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Bauarbeiten eingestellt, weil die Bauarbeiter für die Errichtung der kriegswichtigen Raketenversuchsanstalt in Peenemünde auf der Insel Usedom dringend benötigt wurden. Deshalb bildet der Koloss von Prora heute den Kern des Komplexes. Dieses sind acht, auf einer Länge von etwa 4,5 km entlang der Küste aneinandergereihte baugleiche Häuserblocks, die ursprünglich Gästehäuser werden sollten. Zu DDR-Zeiten hat die NVA die Gebäude genutzt und an einzelnen Bauwerken erfolglose Sprengübungen ausgeführt. Da die zukünftige Nutzung weiterhin ungeklärt ist, verfällt der denkmalgeschützte Komplex zusehends.

 

Das Ostseebad Sellin liegt östlich eines ausgedehnten Küstenhochwaldes an der Verbindung zur Halbinsel Mönchgut im Südosten Rügens. Sellin zählt neben Binz und Göhren zu den bedeutendsten Badeorten auf Rügen. Seit 1880 entwickelte sich das Dorf rasch zu einem mondänen Badeort. Nach der politischen Wende des Jahres 1989 wurde die Bausubstanz des Ortes in weiten Teilen erneuert, 1992 wurde die Seebrücke Sellin wieder errichtet. Sellin besitzt heute die mit 394 Metern längste Seebrücke auf Rügen.

 

5. Tag

Bei herrlichem Sonnenschein ging es mit dem Bus nach Breege. Von dort aus fuhren wir mit dem Schiff über den Bodden nach Vitte auf die Insel Hiddensee. Jeder konnte die Insel auf eigene Faust erforschen, mit der Kutsche oder zu Fuß.

 

Die Insel Hiddensee liegt westlich von Rügen in der Ostsee. Hiddensee ist etwa 16,8 km lang, an der schmalsten Stelle etwa 250 Meter und an der breitesten etwa 3,7 km breit. Sie unterteilt sich in einen hügeligen, über 70 Meter hohen Nordteil, eine Dünen- und Heidelandschaft im zentralen und einen flachen, nur wenige Meter hohen Südteil. Vitte ist der Hauptort und zugleich der größte und zentrale Ort der Insel. In Vitte steht das Rathaus mit der Gemeindeverwaltung. Die Insel ist autofrei.

 

6.Tag

Am vorletzten Tag fuhren wir mit unserem Bus nach Binz und es Ging mit dem „Rasenden Roland“ weiter nach Putbus.

 

Die Rügensche Kleinbahn — Rasender Roland genannt — wurde als Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 750 mm im Jahre 1895 von Binz nach Putbus gebaut. Später wurde die Strecke verlängert: 1896 nach Altefähr, 1899 nach Sellin und 1999 nach Lauterbach. Auf einer Strecke von 24,1 Kilometern wird auch heute noch mit historischen Dampflokomotiven und Waggons, die teilweise fast 100 Jahre alt sind, ein regulärer Betrieb aufrechterhalten.

 

Putbus ist die jüngste Stadt auf Rügen, gilt allerdings als das älteste Inselbad. Der kunstsinnige Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus ließ ab 1810 seinen Heimatort wesentlich ausbauen und legte ihn so an, dass er stilistisch zu Schloss und Park passte. Der Charakter des klassizistischen Stadtkerns mit seinen strahlend weißen Häusern und den prächtigen Rosenstöcken geht auf eine Verordnung des Fürsten zurück und brachte der Stadt den Beinamen „Weiße Stadt“ und „Rosenstadt“ ein. Das schöne Residenzschloss steht nicht mehr — es wurde im Jahre 1962 gesprengt und abgetragen. Den Mittelpunkt von Putbus bildet ein riesiger kreisrunde Platz, „Circus“ genannt, in dessen Mitte ein schlanker Obelisk zur Erinnerung an die Stadtgründung Platz fand.

 

Anschließend führte uns die Fahrt nach Stralsund. Bereits während der Busfahrt schlug das Wetter um. Ausgerüstet mit Schirmen nahmen wir an einer Stadtführung teil. Der Marktplatz mit seinen Prachtbauten (Rathaus und Nikolaikirche) war sehenswert. Das Regenwetter machte uns den Abschied von Rügen leichter.

 

Die Hansestadt Stralsund ist eine kreisfreie Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt liegt am Strelasund, einer Meerenge der Ostsee, und wird auf Grund ihrer Lage als „Tor zur Insel Rügen“ bezeichnet. Die Altstadt gehört seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das am alten Markt gelegene Rathaus mit seinem imposanten Schaugiebel steht in direkter Nachbarschaft zur Nikolaikirche. Es war einst auch das Zeichen für das Selbstbewusstsein der Stralsunder Bürger.

Das komplette Ensemble des Alten Marktes birgt mit Rathaus, Artushof, Wulflamhaus, Commandantenhaus, Gewerkschaftshaus und Plattenbau einen Überblick über die politische und die architektonische Geschichte dieser Stadt. Das ehemalige Schwedische Regierungspalais (Meyerfeldtsches Palais) beherbergt heute das Bauamt der Stadt.

 

7. Tag

Am Samstag traten wir schweren Herzens gegen 09:00 Uhr die Heimreise nach Kamp-Lintfort an. Ausführliche Diskussionen unter den Reiseteilnehmern machten uns deutlich, dass unser Ausflug nach Rügen in unvergesslich schöner Erinnerung bleiben wird. Ein ganz besonderer Dank gilt unserem Reiseleiter Helmut Beier.

Zum Schluss meines Reiseberichtes möchte ich unseren Busfahrer „Milo“ erwähnen. Er ist stets zur Stelle, wenn man ihn braucht; er ist hilfsbereit, freundlich und hat uns stets sicher transportiert. Hierfür sagt die gesamte Reisegruppe herzlich „danke“.

 

 

 

Text: Hubert Bosch + Bruno Flemming

Fotos: Bodo Jesse