DER LEHRSTOLLEN

 

 

Der Lehrstollen wurde Anfang der 1970er Jahre von Lehrlingen der Zeche Friedrich-Heinrich erbaut. Auf einer Grundfläche von etwa 50 Metern x 50 Metern wurde eine Streckenlänge von nahezu 230 Metern geschaffen, deren tiefste Stelle 3 Meter unter Geländeniveau liegt.

 

In dem Lehrstollen wurde der Untertage-Betrieb abgebildet, um die Lehrlinge möglichst praxisgerecht ausbilden zu können. Hier wurden Jugendliche in allen Ausbildungsberufen geschult. Zu Übungszwecken musste die schwere Maschinentechnik demontiert und wieder montiert werden. In der Elektrotechnik wurde Fehlersuche trainiert. In der Bergtechnik wurden Holzarbeiten für Ausbauzwecke geschult. Bereits in den 1980er Jahren begann die Ausbildung zum Bergmechaniker. Etwa 2007 / 2008 hatte sich das Ausbildungsmodell der RAG vollständig geändert. Hiermit entfiel die Ausbildung im Lehrstollen.

 

Noch heute bildet der Lehrstollen mit seinen technischen Einrichtungen den Untertage-Betrieb des Bergwerks ab. Zu Transportzwecken sind die Strecken mit einer Einschienen-Hängebahn (EHB) ausgestattet. In einer Strecke wird ein Streb dargestellt, der mit Hobel, Förderer und Schildausbau ausgerüstet ist. Ein konventioneller Streckenförderer sowie die Abförderung der Kohle sind zu sehen. Darüber hinaus kann die neueste Steuerungstechnik besichtigt werden. An verschiedenen Stellen werden eindrucksvolle Bergbau-Exponate präsentiert. Ständig wird versucht, neue Ideen der engagierten Mitarbeiter anschaulich umzusetzen. Das Bauwerk gilt als das einzige seiner Art am linken Niederrhein, vielleicht in ganz Deutschland.

 

Im Außengelände neben dem Lehrstollen sind mehrere Exponate aus dem Bergbau ausgestellt:

— Gruben-Akku-Lok mit verschiedenen Personen-Transportwagen

— Grubenwehr-Seilwinde

— Grubenfahrrad

— Betonpumpe

— Teufgreifer

— Teufkübel

— Bogenausbau

— Türstockausbau

— diverse Bergbaurelikte.

 

Neben dem Lehrstollen befindet sich ein altes Pumpenhaus, das unter Denkmalschutz steht. Dieses Gebäude soll demnächst in ein kleines Bergbaumuseum umgestaltet werden.

 

„Wie ist es dazu gekommen?“

 

Im Frühjahr 2011 hat sich der Betriebsrat vom Bergwerk West Gedanken gemacht, wie man nach Stilllegung der Zeche die Bergbautradition in Kamp-Lintfort erhalten kann.

 

Mit dieser Idee wurden erste Gespräche mit

— der Werksleitung

— dem Vorstand der RAG DSK

— der Stadt Kamp-Lintfort

— der IGBCE

— den Bundes- und Landespolitikern

geführt.

 

Alle Gespräche verliefen positiv und alle Beteiligten haben ihre Bereitschaft zur Unterstützung zugesagt. Zur Koordination aller weiteren Schritte wurden die Steigergemeinschaft West e.V. und die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e.V. eingebunden. Als Verbindungsperson wurde Klaus Deuter ausgewählt, da er noch aktiv auf dem Bergwerk West tätig war, und dadurch gute Kontakte zum Werkschef Karl-Heinz Stenmans pflegte, der das Projekt im Rahmen seiner Möglichkeiten voll unterstützte.

 

Im Januar 2013 war es dann soweit, die Aufräum- und Reinigungsarbeiten im Lehrstollen konnten offiziell beginnen.

 

Mittlerweile arbeitet dort eine Gruppe von mehr als 10 ehrenamtlichen Helfern, die zudem schon viele Besucher durch das Objekt geführt haben.

 

Als Highlight und Generalprobe wäre die Extraschicht am 06. / 07. Juli 2013 zu nennen, bei der mehr als 800 Gäste den Lehrstollen besichtigten.

 

Bis Ende 2013 sind seit der Eröffnung im Juni 2013 mehr als 1.100 Besucher durch den Lehrstollen geführt worden.

 

Da die Fördergemeinschaft zur Fortführung einen Sponsor und Investor benötigt, konnte bis Ende 2013 leider noch kein Kaufvertrag unterzeichnet werden.

 

Daher übernimmt ab dem 01.01.2014 die Steigergemeinschaft West e.V. vorläufig für die RAG-Montan-Immobilien GmbH die Betreuung und Pflege des Objektes.

 

Über Einzeltermine können Besucher auch weiterhin den Lehrstollen besichtigen. Termine können über Klaus Deuter über die E-Mail amlehrstollen@gmx.de vereinbart werden. Weitere Einzelheiten hierzu entnehmen Sie bitte unserem nachfolgenden Flyer.