Verleihung der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland

an Manfred Stratenhoff am 01.10.2008

im Rathaus der Stadt Kamp-Lintfort

„DEM BERGBAU TREU GEBLIEBEN“

 

 

Manfred Stratenhoff wurde am 01.10.2008 mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik ausgezeichnet.

 

„Glück auf“ sang der Knappenchor Friedrich-Heinrich, der Manfred Stratenhoff noch weitere Ständchen brachte. Feierlicher Anlass war die Auszeichnung des Vorsitzenden der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik, die Heinrich Friedrich Heselmann überreichte. In seiner Laudatio verriet der stellvertretende Landrat, dass der Bergbau dem Geehrten mit in die Wiege gelegt worden sei.

 

Schon Großvater, Vater und weitere Verwandte seien Bergleute gewesen. Bereits als Fünfjähriger habe Stratenhoff seine erste Grubenfahrt gemacht und später eine berufliche Laufbahn vom Berglehrling über Hauer bis zum Schießmeister hinter sich gebraucht. Aber noch sehr viel mehr als der Bergbau habe ihm seine Frau am Herzen gelegen.

 

Während seiner Zeit auf der Schachtanlage Friedrich-Heinrich führte Manfred Stratenhoff die Barbarafeier ein und organisierte regelmäßig ökumenische Gottesdienste. Auch nach seiner Pensionierung blieb er der Welt des schwarzen Goldes treu. So schrieb er die Geschichte der Zeche Alstaden, die er auch im Miniaturformat nachbaute. Stratenhoff ist ehrenamtlicher Vorsitzender des Bezirksvereins Moers des Rings Deutscher Bergingenieure.

 

Zugleich ist er Mitbegründer und Motor der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition, die 1987 mit neun Mitstreitern startete. Dass sie inzwischen 614 Mitglieder vorweisen kann, ist, so Heselmann, ganz wesentlich dem zweifachen Vater zu verdanken, der es immer wieder schaffte, andere mit seiner Begeisterung anzustecken und Projekte zum Erfolg zu führen. Ein schönes Beispiel dafür ist das Museum „Haus des Bergmanns“, das im März 2006 eingeweiht wurde.

 

Ein hartnäckiger Gesprächspartner

 

Dem Einsatz von Stratenhoff sei auch die Freilegung eines Bergwerks aus dem 16. Jahrhundert in Idar-Oberstein sowie einer Eisenerzgrube in Langenfeld in der Eifel zu verdanken. Auch habe er die Tongrube in Klingenberg am Main vor der Stilllegung bewahrt.

 

Dass der agile Pensionär ein mehrfach ausgezeichneter, aber nicht immer einfacher Gesprächspartner sei, das stellte Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt schmunzelnd fest. Denn Manfred Stratenhoff verstehe es, seine Wünsche mit Hartnäckigkeit durchzusetzen. Stratenhoff werde auch weiterhin gebraucht. Denn mit Blick auf die künftige Nutzung des Bergwerks West möchte die Stadt, so der Verwaltungschef, mit Hilfe der Fördergemeinschaft so manche Dinge auf die Beine stellen.

 

Quelle:

WAZ vom 02. Oktober 2008