Die Barbara-Statue steht jetzt im Lehrstollen

 

 

„Die heilige Barbara möge schützend ihre Hände über uns halten, über den Menschen unter Tage und über Tage.“ So segnete Pfarrer Karl-Josef Rieger am 09. Oktober 2013 im Lehrstollen eine Holzstatue neu ein, welche die Schutzheilige der Bergleute darstellt, deren Zeichen ein Turm ist, in der sie laut Legende eingeschlossen war. Mit Weihwasser besprengte er die Statue an deren neuem Standort, der sich neben der ehemaligen Ausbildung auf dem Lintforter Bergwerksgelände befindet. Sie steht nun im Eingangsbereich des Lehrstollens in einem schmiedeeisernen Kästchen, das von der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition und der Steigergemeinschaft West angefertigt wurde.

 

Bergwerksdirektor Karl-Heinz Stenmans erinnerte sich in seiner Ansprache zur zweiten Einsegnung, wie die Statue am 04. Dezember 1985 zum ersten Mal eingesegnet wurde. Der evangelische Pfarrer Theodor Münzenberg und der katholische Albert Markfort hatten unter Tage einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert, der von 350 Bergleuten besucht worden war. „Mit der Einsegnung begannen die Barbarafeiern in der Lohnhalle“, berichtete der Bergwerksdirektor. In der Adventszeit wurde sie in der Lohnhalle in einem Schwippbogen aufgestellt.

 

„Der Initiator dieser Barbarafeiern war damals schon Manfred Stratenhoff, der heutige Vorsitzende der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition.“ Dieses Jahr sei die heilige Barbara schon am 02. August von der 885-m-Sohle ans Tageslicht befördert worden. „Es war die letzte Seilfahrt“, so der Bergwerksdirektor. Denn anschließend habe die Verfüllung des Schachtes begonnen. Manfred Stratenhoff, der vor 28 Jahren die Idee der Barbarafigur unter Tage gehabt hatte, freute sich in seiner kurzen Ansprache über den neuen Platz. „Ich habe nicht gedacht, dass ich die heilige Barbara noch einmal in den Händen halte“, sagte er. „Sie soll jetzt öffentlich zugänglich sein, um der Nachwelt den Bergmannsberuf darstellen zu können.“

 

Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt bedankte sich in seiner kurzen Ansprache, dass die Statue einen dauerhaften Standort gefunden habe. Mit dem Steigerlied „Glückauf, Glückauf“ wurde der offizielle Teil der Einsegnung abgeschlossen, zu der mehr als 60 Personen gekommen waren. Neben Mitgliedern der Fördergemeinschaft, die mit Bergkittel und Schachthut erschienen waren, waren es Vertreter des Bergwerks und der Stadt, sowie die Dekanin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk mit einigen Professoren, welche die benachbarte Ausbildung des Bergwerks als Räume für die neue Hochschule Rhein-Waal nutzen.

 

 

Quelle:

Rheinische Post vom 10. Oktober 2013