Kamp-Lintforter lesen für Schüler

 

Die lokale Presse hatte es bereits angekündigt:

Am Freitag, den 21. November 2014, wollen bekannte Kamp-Lintforter am bundesweiten Vorlesetag ein Zeichen für das Lesen setzen und laden Kinder zu einer Vorlesestunde an ihren Arbeitsplatz oder einen besonderen Ort. Damit leisten sie nicht nur für die eingeladenen Drittklässler einen wichtigen Beitrag zur Leseförderung, sie sollen gleichzeitig die Lesefreunde bei den Kindern anregen. Sie wollen auch zeigen, dass Lesen zur kulturellen Bildung gehört und damit Grundvoraussetzung ist, um die Gesellschaft mitzugestalten.

 

Raus aus dem Rathaus, rein in die Lesestube! Viele Bürgermeister tauschen ihren Schreibtischstuhl gegen einen Ohrensessel, rücken die Lesebrille zurecht und blättern statt in eintönigen Akten in Kinderbüchern herum.

Der Bürgermeister von Kamp-Lintfort, Prof. Dr. Christoph Landscheidt, eröffnet mit seiner Lesung in der Stadtbücherei den Vorlesereigen. Alle Lesungen beginnen um 10:00 Uhr.

 

Gleichzeitig versammelten sich 29 Schülerinnen und Schüler der 3. Jahrgangsstufe der Grundschule am Pappelsee, Mont-Planet-Straße am Lehrstollen. Die Lehrerin Frau Saskia Kamperdick-Voss achtete penibel darauf, dass alle Kinder einen Schutzhelm erhielten. Die Kollegen der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition halfen den Gästen, die Helme für die noch recht kleinen Kinderköpfe passend einzustellen. Der Kulturdezernent Dr. Christoph Müllmann begrüßte die „kleinen Bergleute“ auf dem ehemaligen Zechengelände am Eingang zum Lehrstollen recht herzlich. Michael Kahlert im roten Grubenwehranzug erklärte an der Signaltafel die unterschiedlichen akustischen Signale für die anstehende Schachtbefahrung. Nach einer virtuellen Seilfahrt, trippelten die Kinder ganz erwartungsvoll in den Lehrstollen. Begleitet wurden sie von Armin Mesenhol vom Lokalkompass und von Dirk Thomas von der Fördergemeinschaft, die beide mit ihren Kameras die Veranstaltung festhalten wollten.

 

In der großräumigen Strecke waren Sitzbänke aufgebaut worden, auf denen sich die Drittklässler niederließen. Die Kinder waren fasziniert von den historischen Fotos, die auf den großen Bildtafeln zu sehen sind. Für Herrn Dr. Müllmann wurde vor Kopf ein Tisch mit Stuhl aufgestellt, dort ließ er sich nieder, und erklärte den Kindern die heutige bundesweite Leseaktion. Er hatte ein Buch mitgebracht, es gehörte zu der Literaturreihe „Tatort Ruhrgebiet“ und hatte den Titel „Grubenhunde“. Das passte ja ganz toll zu der faszinierenden Bergbau-Umgebung. Aus dem Kapital „Der geheime Stollen“ las er eine spannende Geschichte vor. Die Kinder lauschten ganz gespannt den interessanten Ausführungen, zwischendurch schweiften ihre Blicke ab zu den technischen Anlagen, die in dem langen Streb zu sehen waren.

 

Nach knapp einer Stunde war es dann endlich soweit, die Geduld der Kinder war erschöpft. Nun dürften sie unter der Leitung von Michael Kahlert, Detlef Lehmann und Juri Pattberg durch den Lehrstollen gehen. Besonderes Interesse hatten sie an einem Kriechgang durch den Abbaustreb, am Ende durfte sich jedes Kind am druckluftbetriebenen Abbauhammer qualifizieren.

 

Nun war Eile geboten, der Bus wartete bereits vor der Feuerwache. Nachdem alle Kinder von Klaus Deuter noch kleine Geschenke erhalten hatten, mussten sie sich noch zu einem Gruppenfoto vor der Grubenlokomotive aufstellen. Alle Gäste  bedankten sich recht herzlich bei Herrn Dr. Müllmann und dem Team vom Lehrstollen, und rannten laut kreischend zum wartenden Bus.