„VON WEIT HER ANGEREIST“

 

 

Am Samstag, den 31.05.2014 fuhr pünktlich um 09:00 Uhr ein Kleinbus vor, die Türen öffneten sich und 11 Besucherinnen aus der Schweiz stiegen aus. Die Damen gehörten zum Inner Wheel Club Luzern-Sursee. International Inner Wheel ist eine der größten internationalen Frauenorganisationen mit mehr als 100.000 Mitgliedern in 3.844 Clubs weltweit. Das www.innerwheel.com-Emblem und der Name (das innere Rad) zeigen die enge Verbundenheit mit Rotary. Mitglieder sind Frauen über 18 Jahre, die in einer verwandtschaftlichen oder partnerschaftlichen Beziehung zu Rotariern oder ehemaligen Rotariern stehen. Die Ziele von International Inner Wheel basieren auf den Grundlagen von Freundschaft, sozialem Engagement und internationaler Verständigung. Weitere Informationen über den Schweizer Club finden Sie im Internet unter:  www.iwcluzern-sursee.ch. Ulrike Averdunk Gille, geboren in Moers-Repelen, ist Präsidentin des Clubs Luzern-Sursee, und hat ihre Clubschwestern zu einem Besuch an den Niederrhein geführt. Auf der Website der Stadt Kamp-Lintfort hat sie einen Hinweis auf den Lehrstollen gefunden und kurzerhand eine Besichtigung gebucht. Klaus Deuter begrüßte die Damen aus Luzern und Umgebung vor dem Lehrstollen mit dem Hinweis, dass sie als Besucher – seit der Eröffnung des Lehrstollens im Juli 2013 als Museum – bislang mit Abstand die weiteste Anreise auf sich genommen haben. Nachdem alle Teilnehmer mit Helmen ausgestattet waren, entführten Klaus Deuter und Juri Pattberg die Gäste in „die Welt der Bergleute“. Obwohl die Schweiz für ihren mehr als 100-jährigen Tunnelbau weltweit bekannt ist, waren die Besucherinnen von unserem Lehrstollen begeistert, in dem bis zum Jahre 2007/2008 die Berglehrlinge vom Bergwerk West ausgebildet wurden, bevor diese dann in die Grube einfahren durften. Mit leichtem Schmunzeln präsentierte Juri Pattberg eine „Pannschüppe“, die von den Kumpeln unter Tage liebevoll „Weiberarsch“ genannt wird. Unsere Bildergalerie mit den historischen Fotos machte den Besucherinnen deutlich, wie schwer die Arbeit unter Tage war, bevor der Abbau immer mehr mechanisiert wurde. In gleichem Maße wurden der Arbeitsschutz und die Sicherheitstechnik weiterentwickelt, was dazu geführt hat, dass der deutsche Bergbau auf diesem Gebiet heute weltweit führend ist. An vielen Fotos konnte man auch die soziale Verantwortung der Bergwerksgesellschaften erkennen. Zur Unterbringung der Bergleute wurden Wohnhäuser gebaut, in den Wohnkolonien sind noch heute Einrichtungen wie Kirche, Konsum, Krankenhaus, Kindergärten und Schulen zu finden. Die leitenden Angestellten des Bergwerks wurden in der Beamtensiedlung untergebracht. Selbstverständlich mussten auch die Schweizerinnen in gebückter Haltung in den Streb „kriechen“, um sich den modernen Abbau mit Hobeltechnik, Panzerförderer und hydraulischem Schildausbau erklären lassen. Als Höhepunkt der Besichtigung gilt ein Besuch im nur 60 cm mächtigen Flöz Mausegatt. Hier kann man im Boden unter begehbarem Panzerglas den ersten Kohlenhobel mit Kettenförderer aus den 1950er Jahren besichtigen. Auf der Rückseite wirft man ebenfalls durch Panzerglas einen Blick in den „alten Mann“, das ist der bereits ausgekohlte Bereich des Flözes. Auch der Ausbau mit Reibungsstempeln ist durch die Glasscheibe gut zu sehen. In der Abteilung „Grubenrettung“ wurde die technische Entwicklung der Atemschutzgeräte von 1927 bis heute erklärt. Eine der Teilnehmerinnen versuchte sich an unserer „Chantale“, dem Trainingsgerät der Grubenwehr. Die Dame war sehr gut „in Form“, und schaffte mehrere Züge an den schweren Gewichten – sie wurde von ihren Kolleginnen für ihre Mühe mit viel Ablaus belohnt. Nachdem sich die Besucherinnen in unser Gästebuch eingetragen hatten, gab es zum Abschluss noch ein Gruppenfoto vor der Grubenlok. Die Damen waren begeistert und bedankten sich für die 1½-stündige Führung. Sie versprachen, in ihrer Heimat viel Werbung für unsere Vereinsaktivitäten machen zu wollen.