Aufwältigung des Blei- und Zinkbergwerks Bendisberg/Eifel

Manfred Stratenhoff: 2003 - 2007

 

Im Mai 2003 rief eine Frau Stefener bei mir zu Hause an, ob ich mal in die Eifel kommen könnte, sie hätte ein Problem mit einem geöffneten Stollen. Ich fragte, woher sie meine Adresse hätte; sie antwortete: „Vom Bergamt Koblenz“ (heute Amt für Geologie und Bodenschätze). Dort hätte man ihr gesagt, ich sei der geeignete Mann für die Beurteilung eines alten Stollens. Das Bergamt Koblenz hatte schon mehrfach erlebt, wie die Fördergemeinschaft in anderen Regionen bergmännische Tätigkeiten ausgeübt hatte. Ich wollte natürlich Genaueres wissen. Diese Frau Stefener hatte einen Reiterhof bei Andernach am Rhein gehabt, wollte aber noch einsamer mit ihren Tieren leben, und so kaufte sie ein Grundstück in der Eifel. Ein ehemaliges Verwaltungshaus der Grube Bendisberg wurde ihr Wohnhaus, und das vorhandene Trafohaus wollte sie zu einem Café umbauen. Etwa 15 Meter hinter dem Trafohäuschen kam Wasser aus dem Gebirge, und die Einheimischen erzählten ihr, dass da ein Stolleneingang gewesen sei. Ihr ließ es keine Ruhe; sie bestellte einen Bagger und legte den Eingang frei. Was sie damit bewirkte, wusste sie vorher nicht. Bei der Meldung an die Gemeinde Langenfeld, dass sie einen Stollen freigelegt hätte, sagte man ihr, normalerweise hätte sie eine strafbare Handlung begangen, denn man kann nicht einfach eine Grube oder einen Stollen freilegen ohne behördliche Genehmigung. So reagierte das Bergamt und schlug vor, dass ich die Grube befahren und meinen Kommentar dazu abgeben sollte.

Die erste Befahrung, die ich vornahm, fiel negativ aus, weil der Eingang zwar offen war, aber der Stollen dahinter voller Wasser stand. Ich bat darum, den Eingang weiter freizulegen, um den Stollen danach zu befahren. Die nächste Befahrung fand statt im Beisein des obersten Fledermausschützers von Rheinland-Pfalz sowie eines Geologen und eines Gemeindevertreters. Wir kamen nur cirka 15 Meter in den Stollen hinein; denn da lag schon der erste Bruch. Frau Stefener bat mich, doch zu versuchen, ob wir nicht weiter vordringen könnten. Mit Jürgen Orthaus und unseren Frauen fuhren wir also nach Langenfeld und wollten über den Bruch klettern, um weiter in die Grube hineinzukommen. Frau Stefener hatte gut vorgesorgt und eine Dame vom Fremdenverkehrsverein bestellt, die unseren Damen die Gegend zeigen sollte. Somit hatten wir beide Zeit, uns in Ruhe die Grube anzusehen. Wir sind über mehrere Brüche geklettert. Heute muss ich sagen, dass das sehr leichtsinnig war; denn wenn hinter uns etwas durchgebrochen wäre, hätte man uns nicht mehr lebend aus dem Stollen herausbekommen.

Nach mehreren Gesprächen mit Frau Stefener legten wir den Termin des Einstiegs fest. Das benötigte Material schrieb ich auf, und sie besorgte alles, was wir brauchten: alte Eisenbahnschienen (S 49) als Streckenausbau, Wegeplatten als Verzugsplatten, diverse Kleinteile und Schweißgeräte, um den Ausbau festzuschweißen. Der erste Einsatz fand am 28. Juli 2003 statt und dauerte bis zum 06. August 2003.

Nach mehreren Einsätzen und Gesprächen mit der Behörde sowie mit Adolf Reinhardt, einem ehemaligen Berufssoldaten und Hobby-Bergmann aus Camberg, hatten wir Unterlagen über diese Grube und konnten uns ein Bild machen über die Größe der Grube „Bendisberg“. Auch sahen wir, dass es auf dem Grubenriss noch weitere Eingänge gab. So holten wir uns vom Bergamt die Genehmigung, den Mittleren Stollen zu öffnen. Der Bürgermeister der Gemeinde wurde jetzt auch aktiv, besorgte einen Minibagger, und als wir den Mittleren Stollen freilegten, stellten wir mit Erstaunen fest, dass der Zustand noch besser war; aber es waren ein paar Brüche drin, die sich gewaschen hatten, sprich, die Strecke war komplett zu.

In der Zwischenzeit lernte ich durch Werner Felicetti, den ehemaligen Betriebsleiter der Tongrube Klingenberg, eine Nürnberger Familie kennen. Werner hatte mich gefragt, ob ich nicht einem Eisenbahnfreund in Nürnberg ein paar Tipps geben könnte bei der Errichtung von Schmalspurbahnen zur Demonstration von Grubenbahnen. Ich vereinbarte einen Termin mit der Nürnberger Familie Rohrwild, und so fuhren meine Frau und ich nach einem Silvesterurlaub über Nürnberg nach Hause.

In Nürnberg erwartete uns eine Familie, die als Hobby Eisenbahnen sammelt, aber nicht Spur H0, sondern große Spur mit 500 mm Spurweite. Sie haben cirka 75 Lokomotiven, wovon die Hälfte läuft, und ungefähr 200 Wagen sämtlicher Typen, die es im Bergbau, in Tagebauen, Tonfabriken und Museen gibt. Der Besuch war für uns überwältigend, und manch nette Gespräche kamen da zustande. Dabei wurde auch die Frage gestellt: „Was machen Sie denn in Ihrer Freizeit, Herr Stratenhoff?“ Ich erzählte von der Eifel und unserem Vorhaben, erwähnte auch, es fehle uns noch eine Flurbahn (Schienen und Wagen), um das Bergematerial leichter aus dem Stollen zu transportieren.

Herr Rohrwild wollte sich das Projekt in der Eifel gerne ansehen, und so vereinbarten wir einen Besichtigungstermin, um der Familie Rohrwild die Grube Bendisberg zu zeigen. Nach der Befahrung saßen Jürgen Orthaus und ich mit der Familie zusammen. Herr Rohrwild lobte unseren Einsatz und versprach, uns zu helfen und uns alle S 10 Schienen und 3 von mir beschriebene Wagen zur Verfügung zu stellen. Der Bürgermeister musste die Geräte nur noch in Nürnberg abholen. Das geschah, und so konnten wir eine Feldbahn in den Mittleren Stollen legen.

Am 14. Juni 2005 holten wir den ersten beladenen Wagen geschmückt aus dem Mittleren Stollen. Danach wurden jeweils im Frühjahr und im Herbst Einsätze in der Grube verfahren.

Das Bild des ersten beladenen Wagens schickte ich nach Nürnberg zu Karl-Heinz Rohrwild, um ihm damit zu zeigen, wie wichtig die Schienen und Wagen waren! Leider hat er die Bilder nicht mehr gesehen; ein tragischer Unglücksfall auf seinem Gelände riss ihn in den Tod.

Der Untere Stollen wurde gesäubert, und am Rollloch wurde neu ausgebaut und der Rest Berge in die Strecke zum Sprengstoffraum gekarrt. Die Strecke soll zugemacht werden, damit dort später nicht noch eine Luttentour eingebaut werden muss.

Im Mittleren Stollen haben wir etliche Brüche durchfahren, ein Gleisdreieck erstellt und eine Aussetzbahn eingebaut. Am Rollloch wurde ein U-Eisenrahmen eingebaut und einbetoniert. Gustl Marquardt und ich betonierten den Rahmen ein; draußen am Eingang wurde der Speiß in einem kleinen Trog angemacht und danach auf einem Teckel zum Rollloch transportiert. Gustl sagte: „Was wäre es schön, wenn wir eine Speißmaschine hätten“. Ich antwortete: „Was willst du denn, wir haben doch eine!“ „Wo denn?“ „Du bist doch unsere Speißmaschine“. Nach dieser Antwort musste ich aber schnell einen Schritt zurückgehen, denn sein Gesichtsausdruck deutete nichts Gutes an.

Nach mehreren Einsätzen hatten wir noch einen Bruch aufzuwältigen, an dem eine Ladestelle war. Wir wussten nicht, wie lang der Bruch war. Er bereitete uns erhebliche Schwierigkeiten: Vorpfändung nur mit Eisenstangen, Bauabstand von 0,5 bis 0,8 Meter. Die Berge liefen manchmal wie Wasser aus der Firste, und wenn dann noch dicke Brocken kamen, verzweifelten wir beinahe. Sie mussten kleingemacht oder auf den Teckel gerollt und nach draußen transportiert werden.

Im November 2007 schafften wir endlich den Durchschlag. Zurückblickend hat Jürgen ausgerechnet: für 10 Meter Strecke benötigen wir 34 Arbeitstage. Wir hatten 140 Mannschichten darauf verfahren und 392 Wagen Berge (ca. 100 m³) nebst 5 Flachteckeln voll Brocken zu Tage transportiert.

Parallel zu den Arbeiten hatte ich die Genehmigung erhalten, den Oberen Stollen zu öffnen. Bei einem Gespräch mit der Behörde im Gemeindehaus machte ich den Vorschlag, den Oberen Stollen zu öffnen, um eine bessere Wetterführung zu erhalten und um festzustellen, wo Pingen sind, wegen Einsturzgefahr über Tage! Den oberen Eingang machten wir anfänglich mit der Schubkarre offen; aber es stellte sich heraus, dass der Eingang zu weit zugeschossen worden war. Dieter Krämer kannte einen Minibagger-Fahrer aus Bad Ems, der uns behilflich war und an mehreren Wochenenden diesen Eingang öffnete. Danach wurde der Eingang mit Holztürstöcken ausgebaut. Der Stollen ist in einem guten Zustand, und wir brauchten nur zum Rollloch hin eine Kurve mit Sicherungsbauen auszubauen.

Noch anstehende Arbeiten wären, das Rollloch zu sanieren und eine Strecke durchzubauen.

 

Aufwältigung des Blei- undZinkbergwerksBendisberg/Eifel

Karl-Jürgen Orthaus: 2008 bis 2010 / 2011     

 

Ehe ich Manfred Stratenhoffs Bericht über die Arbeiten in der Grube Bendisberg fortsetze, möchte ich eine kleine Begebenheit aus dem Sommer 2006 nachtragen.

Der Eingangsbereich des Mittleren Eisenheldstollens wurde von uns durch Holzpfeiler neu gestaltet. Für das Auffüllen der Pfeiler mit Bergematerial kam ein kleines, nur ca. 5 m kurzes Gummibändchen (ein Geschenk von K.- H. Rohrwild, Nürnberg) zum Einsatz. Auch hier wurde - wie wir es von untertage kennen - der Hinweis „Seilfahrt verboten“ an dem Gestänge angebracht. – Und plötzlich bekamen wir unerwarteten Besuch. Es war eine zahme Hirschkuh, die als Kitz von Menschen aufgezogen worden war und zur Zeit bei Frau Stefener in Pflege war. Dort war sie ausgebüxt und von dem Geräusch unseres Stromaggregates angelockt worden. Warum sie sich besonders für den vollen Benzinkanister interessierte, ist uns völlig unerklärlich! Vielleicht wollte sie auch mal tanken??? – Ganz außer Atem kam ihre „Ziehmutter“, Frau Stefener, den Berg hochgestürmt und versuchte – etliche Male vergebens - mit Leckereien das Tier wegzulocken. Ständig riss es sich wieder los. Uns wurde es auch langsam lästig; denn sobald der Stolleneingang geöffnet wurde, wollte es mit unseren Kumpels ins Bergwerk, was wir mit einem Klaps auf das Hinterteil abwenden konnten. Doch nach einiger Zeit wurde es dem Tier zu langweilig, zumal es bei uns wenig Aufmerksamkeit und schon gar keine „Zuwendungen“ erhielt. Schließlich ließ es sich bereitwillig abführen.

 

Nun folge ich dem weiteren zeitlichen Ablauf.

Aus dem Grubenbild war bekannt, dass früher ein Überhauen (eine Verbindungsstrecke) von Übertage zum Oberen Eisenheldstollen bestand. Mit viel Aufwand haben wir versucht, dessen untertägigen Endpunkt durch eine Untersuchungsstrecke zu erreichen, was dann allerdings wegen zu großer Schwierigkeiten aufgegeben wurde. Eine alte Abbaustrecke haben wir jedoch angetroffen und für spätere Besichtigungen offen gehalten.

 

Im Jahre 2007 hatte der „Förderverein Grube Bendisberg, ST. JOST – LANGENFELD 2005 E. V.“ das endgültige Konzept für das Besucherbergwerk erstellt:

Der Mittlere Eisenheldstollen soll die Ebene werden, die von allen Besuchern besichtigt werden kann. - Außerdem können im Oberen und / oder Tiefen Eisenheldstollen Sonderbefahrungen erfolgen.

Aus diesem Grund wurde diese mittlere Sohle vorrangig instandgesetzt. Mit dem

langwierigen Durchschlag vom Herbst 2007 war ein sehr großer und wichtiger Schritt getan, der darum auch „gebührend“ gefeiert und in Fotos festgehalten worden war. Scherzhaft wurden die Fotos mit den 7 Mann der Ortbelegung auch als Bilder mit den sieben Zwergen bezeichnet.

Doch noch versperrte ein weiterer, ca. 5 m langer Bruch, der nur wenige Meter hinter dem

zuvor erreichten Durchschlag lag, eine durchgehende Befahrung. Zügig wurden diese

Arbeiten beim nächsten Einsatz (Ende März 2008) angegangen, und bald war auch dieses

Hindernis weggeräumt.

Für Manfred Stratenhoff, unseren Projektleiter, hatten sich einige Langenfelder Mitarbeiter eine Überraschung zum ersten Einsatz des neuen Jahres ausgedacht. - Mit verbundenen Augen musste er sich auf den Materialteckel setzen und wurde von ihnen durch die Grube gefahren. Immer wieder sollte er Auskunft über den momentanen Standort geben. - Grund dieser „Blindfahrt“ war: Sie wollten Manfred Stratenhoff damit überraschen, dass sie in den vergangenen Wintermonaten auf der gesamten Sohle bis zum Gegenort des 5 m langen Bruches (s. oben) ca. 200 m Gleise verlegt hatten. - Ein gebührendes Lob für diese Fleißarbeit wurde ihnen natürlich ausgesprochen.

Nach Reinigungs- und einigen Restarbeiten begann die Langenfelder Mannschaft mit den Vorarbeiten für die Elektrifizierung des Streckennetzes. Zuerst wurde der Wassergraben tiefer ausgeschachtet und verrohrt. Daneben wurde das wasserresistente Kabel verlegt und die gesamte Rinne mit Splitt und Sand einplaniert.

Nach der Beendigung der bergmännischen Arbeiten hier im Mittleren E.- Stollen (unser Kürzel für Eisenheldstollen) konzentrierten sich unsere Einsätze im Jahre 2008 auf den Oberen und Tiefen E. – Stollen. Im Oberen E.- Stollen wurden nach Stellen der letzten

8 Eisentürstockbaue in der Untersuchungsstrecke die Arbeiten eingestellt (s .oben).

Eine große Erleichterung für den Berge- bzw. Materialtransport brachte uns ein sogenannter Dumper, der schon längere Zeit ungenutzt im Betrieb der ortsansässigen Firma Rech herum- stand. - Bei einer der allabendlichen Lagebesprechungen hörte der zufällig anwesende Firmenchef von den Transportschwierigkeiten und stellte uns das Gerät zur Verfügung. Der mit Benzin betriebene Dumper ist ein niedriges, max. 1 m breites gummibestücktes Raupenfahrzeug, das mit einem kippbaren, ca. 300 l fassenden Kasten ausgerüstet ist – ein Gerät, das uns bis heute sehr gute Dienste getan hat und auch weiterhin tun wird.

 

Zur sicheren Befahrung der nordöstlichen Strecke sind noch weitere 7 Holztürstockbaue gestellt worden. Danach wurde dort mit den Vorarbeiten für die Sanierung des 34 m tiefen Rolllochs zum Mittleren E. – Stollen begonnen. Über dem Rollloch wurde als Sicherungsmaßnahme für die Mannschaft (Anschnallen) ein vierbeiniger Bock aufgestellt. - Der alte hölzerne Sohlenrahmen wurde geraubt und ein neuer Stahlrahmen einbetoniert. Eine alte Rohrleitung und mehrere alte Holzfahrten sind ausgebaut und 7 neue Alu- Fahrten provisorisch eingehängt worden. Der weitere Einbau der Fahrten und deren Verankerungen wurde im Frühjahr 2009 durch zwei Fachleute der Firma Deilmann – Haniel, Shaft Sinking, und Hilfeleistungen unsererseits in gut zweiwöchiger Arbeit ausgeführt, so dass jetzt eine Befahrung von der oberen zur mittleren Sohle möglich ist. – Im Jahre 2010 haben wir zur Verstärkung im Eingangsbereich des Oberen E. – Stollens weitere 19 eiserne Türstockbaue zwischen die vorhandenen hölzernen gestellt. Nach einem letzten Aufräumen war damit diese Sohle „besenrein“ für spätere Besucher fertiggestellt.

 

Im Tiefen E. – Stollen standen allerdings noch mehrere und größere Aufgaben an. Im Füllort- und Blindschachtbereich (Station ~ 250 m bis ~ 275 m) sind insgesamt 32 Türstockbaue (Holz) gestellt worden. Anfallende Berge und Altmaterial konnten aufgrund der Querschnittsverkleinerung am nördlichen Stoß hinter dem neuen Ausbau verpackt werden. Auch im nördlichen und südlichen Bereich des Hauptganges (Name eines Erzganges, Abzweig bei ca. 210 m) ist Türstockausbau - teils in Holz, teils in Eisen - gestellt worden. Die hier anfallenden Berge wurden im naheliegenden Standwasserbereich verkippt.

Ab dem Eingangsbereich steht die Strecke auf einer Länge von ca. 120 m teilweise in gebrächem Gebirge. Bis zum Jahresende 2010 wurden insgesamt 60 Türstockbaue in Eisen eingebracht; diese Sanierung wird im Frühjahr 2011 fortgesetzt.

Ein sehr großes Projekt wurde im Herbst 2009 begonnen und etwa Ende Mai 2010 fertiggestellt. Zwischen dem Mittleren E. – Stollen, Station ca. 35 m, und dem Tiefen E. –Stollen, Station ca. 135 m, ist zu Betriebszeiten ein größeres, senkrechtes Rollloch zur Abförderung des gewonnenen Haufwerks abgeteuft worden. In diesen „Schacht“ wurde eine 53 m hohe Wendeltreppe eingebaut, die eine Firma aus der weiteren Umgebung Langenfelds konstruiert und gefertigt hat. Bei einer Sonderbefahrung (s. oben) dieser tiefen Sohle müssen 270 Stufen hinab- und gegebenenfalls wieder hinaufgestiegen werden, - sehr interessant, – aber auch anstrengend! – Unsere Aufgabe war es, anschließend das Brückenfeld am unteren Anschlag vollständig in Eisen auszubauen.

Hier soll nochmals bemerkt werden, dass besonders auf dieser Sohle bei den umfangreichen Arbeiten – sehr weite Transporte (bis ca.140 m) von schweren Stempeln und Kappen und Abtransporte der Berge – der Dumper uns von riesengroßem Nutzen war.

 

Bei der über 7- jährigen Tätigkeit in der Grube Bendisberg bekam die Kamp – Lintforter Mannschaft der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition durch die engagierte Initiative von Manfred Stratenhoff - zeitweise mehr oder wenig kräftig - Unterstützung von unterschiedlichen Gruppen:

im Apr./Mai 2006 6 Mann der Fa. Deilmann – Haniel für 8 Tage,

im April       2007          2 Gruppen à 6 Azubis des Bergwerks West für ~ je 1 Woche,

im März       2008          5 bzw. 7 Azubis des Bergwerks West für ~ je eine halbe Woche und

im März       2008         4 Mann der Fa. Induberg für 2 Arbeitstage,

im April       2009      2 Mann der Fa. Deilmann – Haniel, Shaft Sinking, 13 Arbeitstage

                                zum Einbau der Alu- Fahrten (s.oben), und

Anfang Mai 2009 besuchten uns 5 Mann der Fördergemeinschaft Feggendorf und waren

                          in der Grube tätig.

 

Die Leute der Kamp – Linforter Fördergemeinschaft sind im Ort Langenfeld sofort freundlich aufgenommen worden, und mit den einheimischen Mitarbeitern im Bergwerk entwickelten sich schon bald kameradschaftliche Verbindungen. - Für die Ausstattung des zukünftigen Museums bzw. der geplanten Berghütte hatten wir hin und wieder kleine, größere bis ganz große bergbaubezogene Ausstellungsstücke bereit. Die „Palette“ beinhaltet sowohl Fachliteratur, Bilder, Gezähe, Grubenfahrrad, Wagen, kleine und große Strebstempel als auch eine zweigeteilte Schachtseilscheibe (D > 6 m).

 

Abschließend möchte ich einige Zahlen anfügen, die bei den jährlichen Auswertungen der Rapportbücher ermittelt wurden. Da diese Berichte unterschiedlich ausführlich geschrieben sind, können die Werte verständlicherweise mit Abweichungen behaftet sein.

 

Im Zeitraum von Mai / Juni 2003 bis Ende 2010 sind von 130 Mitgliedern

der Förder-gemeinschaft und durch von uns „angeworbene“ Freunde

und Bekannte (z. B. Bergbaufirmen, Azubis, usw.) insgesamt 1258 Schichten in Bendisberg verfahren worden. Erstaunlich ist, dass knapp

25 % unserer Kameraden fast 75 % der Schichten ableisteten. – Auf die Arbeiten

         im Mittleren E. – Stollen entfielen 52 % (über die Hälfte),

            im Tiefen E. – Stollen                          31 %

             und im Oberen E. – Stollen       17 % der Schichten. Namen, Arbeitstage, Tätigkeiten usw. von Langenfelder Kollegen können verständlicherweise (Ausnahme: nur 8 Personen mit 67 Schichten) nicht in unseren Rapportbüchern aufgeführt sein.

 

Berge und Altholz sind in einer Menge von etwas mehr als 400 m³ verladen und abtransportiert worden. Diese Summe teilt sich wie folgt auf:

                        Mittlere Sohle = 77 %,

                             Tiefe Sohle = 13 %,

                           Obere Sohle = 10 %.

Auch die Zahlen über den Ausbau sind meines Erachtens sehr interessant. Durch unsere Mannschaften sind mindestens 428 Türstockbaue (54% in Holz und 46% in Eisen) gestellt worden. Wie schon bei den anderen Werten entfiel der Hauptanteil von

   46 % auf den Mittleren,

35,5% auf den Tiefen und

   8,5% auf den Oberen Eisenheldstollen.

 

In diesem Jahr 2011 werden noch einige Arbeiten durchgeführt werden. Ansonsten hoffen wir, dass die Langenfelder und die beteiligten Firmen ihre Aufgaben fristgerecht zur geplanten Einweihung im Juni erledigen können.- Dem Bergwerk wünschen wir für die Zukunft stets eine große Besucherzahl, deren Interesse für Bergbau durch die Grubenfahrt geweckt wird. - Glückauf !