DIE ERINNERUNG BLEIBT — LETZTE SEILFAHRT

 

 

In allen Kulturkreisen ist die Totenbestattung mit Ritualen, Sitten und Gebräuchen verbunden. Angehörige von christlichen Religionsgemeinschaften werden nach ihrem Tod üblicherweise auf Friedhöfen im Rahmen eines Aussegnungsgottesdienstes, einer Begräbnisfeier oder einer Andacht beigesetzt. Häufig wird in der Kirchengemeinde oder im Haus des Verstorbenen eine Totenwache abgehalten. Am Tag der Beerdigung wird der Tote im Leichenzug zum Grab getragen. Glockengeläut und letzte Worte sollen die Himmelfahrt der Seele begleiten und den Trauernden Trost spenden.

 

Wenn es der Wunsch des Verstorbenen war oder der der Angehörigen ist, beteiligt sich seit ihrer Gründung 1987 die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e.V. an der Gestaltung des Begräbnisses in Form der „letzten Seilfahrt“.

 

Während der Andacht leuchtet auf dem Sarg eine brennende Grubenlampe; sechs Kameraden und ein Fahnenträger, alle in Kittel und Schachthut mit schwarzer Feder, umstehen den Sarg. Nach der Andacht geleiten sie den Sarg im Leichenzug zum Grab und lassen ihn nieder in die Grube. Das Absenken der Vereinsfahne und das Löschen der Grubenlampe am offenen Grab gelten als ehrendes Zeichen für den Verstorbenen.

 

Ursprünglich standen 20 Mitglieder der Fördergemeinschaft für diesen Dienst zur Verfügung. Da sie alle älter geworden sind, hat sich die Zahl derer, die sich diese Aufgabe zutrauen – der Sarg ist oft schwer; das Absenken hat gut koordiniert zu geschehen; der Anblick von Trauer und Leid muss ertragen werden –, erheblich reduziert.

 

Um diesen „letzten Dienst“ aufrechterhalten zu können, suchen wir intensiv nach Nachwuchs. Als ein starkes Zeichen von Kameradschaft, die bis heute als oberstes Gebot im Bergbau gilt, suchen wir dringend Freiwillige, die bereit sind, sich an dieser anspruchsvollen, sehr ehrenwerten Aufgabe zu beteiligen.

 

Bewerber mit ernsthaftem Interesse bitten wir, sich bei Peter Bier (Telefon: 02842-80142 oder E-Mail: willi_peter_bier@t-online.de) zu melden.

 

Mit Rücksicht auf trauernde Angehörige haben wir bewusst auf Bilddokumente verzichtet.