Grubenlampensammlung

 

 

Im Jahre 2005 wurde Hannes Penker als ein langjähriger Grubenlampen-Sammler in der Fördergemeinschaft vom Vorstand angesprochen, ob er die im Knappenheim angesammelten Grubenlampen nicht katalogisieren und in dafür angeschafften Vitrinen ausstellen könnte. Er fragte Eberhard Rausch, ob er ihm dabei helfen würde, und gemeinsam nahmen sie die Aufgabe in Angriff.

Zuerst wurden dafür alle Lampen im PC, der extra dafür angeschafft wurde, nach den verschiedenen Arten erfasst und später in die Vitrinen im Flur einsortiert. Vor die Lampen wurden kleine Schildchen mit Angaben über Hersteller, Typ, Baujahr usw. gestellt, damit auch Nichtlampensammler einige Informationen erhalten.

Als die Aktion im Knappenheim beinahe erledigt war, wurde das Museum „Haus des Bergmanns“ von der Fördergemeinschaft instandgesetzt und eingerichtet, und es wurde seitens des Vorstandes gewünscht, auch hier einige Lampen auszustellen. Ziel dieses Wunsches war es, einem breiteren Publikum einen Querschnitt über die im Bergbau im Laufe der Zeit eingesetzten Lampen zu zeigen. Daraufhin wurden die Lampen auf beide Standorte verteilt.

 

Historische Entwicklung der Lampentechnik:

 

Grubenlampen (Geleucht)

 

bis 1500      Ton-Schalen (Ölbrand)

ab 1500       Kienspan mit Kienspanhalter

ab 1550       Kerzenlampen

ab 1650       Löffellampen für Fettbrand (Unschlitt, Tierfett)

ab 1700       offener Frosch für Fettbrand

ab 1800       geschlossener Frosch für Öl- und Fettbrand

ab 1850       geschlossener Frosch für Ölbrand

ab 1900       Blenden (Sachsen)

                   Linsenlampen (Süd-Europa)

                   Gießer (Ruhrgebiet und Saar)

                   Schelle (Harz und Oberschlesien),

                   des Weiteren sind zu nennen

                   Gerüstnagel

                   Hutschelle

                   Kopfschelle

                   Zittauer Kugel

ab 1905       Karbidlampen

(Die Karbidlampen lösten die Öl- und Kerzenlampen ab und wurden bis 1960 gefertigt.)

 

 

Grubensicherheitslampen

 

1815                     Sir Humphry Davy und George Stephenson entwickelten die Prototypen von Grubensicherheitslampen mit Drahtkörben mit 144 Maschen pro Quadratzentimeter.

 

1843            Dr. William Reid Clanny umgab die Flamme mit einem Glaszylinder, auf den er den Drahtkorb setzte.

1860            L. Müseler aus Lüttich setzte über die Flamme einen Blechkamin.

 

1865            J. B. Marsaut erhöhte die Anzahl der Drahtkörbe bis auf drei und umgab den Korb mit einem Blechmantel (bei starkem Wetterstrom).

 

                   Es gab auch Grubensicherheitslampen mit Kerzen.

 

1882            C. Wolf in Zwickau entwickelte die Benzinlampe mit Zünder.

 

1884            C. Wolf in Zwickau entwickelte den Magnetverschluss.

 

1910            wurden auch Karbid-Sicherheitslampen gebaut.

 

 

Hersteller von Grubensicherheitslampen in Deutschland

 

                   Die bekanntesten sind:

W. Seippel

                   C. Koch

                   Gümer & Grimberg

                   Dominit

                   Friemann & Wolf

                   W. Wienpahl

                   CEAG

 

Elektrisches Geleucht in Deutschland

 

um 1910      Akku-Handlampen um 8 kg

 

um 1930      die ersten Akku-Kopflampen

                   Der Akku befand sich im Metallgehäuse,

                   die Kopflampe war aus Bakelit gefertigt.

                   Der Steiger trug einen Blitzer und eine Wetterlampe.

 

Um 1935     trugen die Steiger eine Verbundlampe (Akku- und Benzinlampe).

 

Ab 1960       trugen alle Bergleute Kopflampen aus Kunststoff.

                   Der Steiger war zusätzlich mit einem Gasspürgerät ausgerüstet.

 

Sonder-Lampen

 

um 1885      Schlagwetter-Untersuchungslampe (Bauart: Pieler mit Spiritus)

 

um 1890      Schlagwetter-Untersuchungslampe (Bauart: Chesneau mit Methylalkohol)

 

um 1895      Schlagwetter-Untersuchungslampe (Bauart: Gray)

 

um 1925      Schlagwetter-Untersuchungslampe (Bauart: Fleißner mit Benzin)

 

um 1950      Schlagwetter-Untersuchungslampe (Bauart: Spiralarm mit Paraffinöl)

 

                   (Öl und Benzin) Markscheider-Lampen (in Messing)

 

                   Akku-Handlampe mit Telefon-Anschluss und Signalen

 

                   Akku-Kopflampen mit Messgerät

 

                   kleine Benzinlampen (18 cm hoch) für Beamte     

 

                   große Öl-Benzin-Lampen (Ortslampen) mit bis zu 4 Dochten

 

Die umfangreiche Lampensammlung der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e.V. beinhaltet einige der vorgenannten Lampentypen.