Manfred Reis Golf

 

Manfred Reis wurde 1954 in Badenberg bei Würselen geboren. Sein Vater war Bergmann auf der Zeche Carolus Magnus in Übach-Palenberg. Als die Schachtanlage stillgelegt wurde, fand er auf Rheinpreußen-V in Utfort einen neuen Arbeitsplatz, und die Eltern zogen mit ihren vier Kindern um nach Moers-Meerbeck.

 

Hier besuchte Manfred Reis die Schule und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Betriebsschlosser auf Rheinpreußen-V. 1971 wechselte er zum Bergwerk Pattberg. Dann rief die Bundeswehr; aber ehe er einrückte, heiratete er 1973 seine Frau Marianne. Er brauchte dazu noch eine Volljährigkeitserklärung des Amtsgerichtes Moers. Hatte er vielleicht Befürchtungen, jemand könnte ihm sein Mädchen wegschnappen? 1978 wurden sie glückliche Eltern einer Tochter. Inzwischen sind sie Großeltern zweier Enkelkinder, Max und Emma. Liebevoll tragen sie viel zu deren Betreuung, Freude, Spaß, Unterhaltung und Bildung bei, und gelegentlich verwöhnen sie sie auch ein bisschen. Großeltern dürfen das!

 

Nach der Bundeswehrzeit kehrte Manfred Reis zu Pattberg zurück und bildete sich in den Folgejahren kontinuierlich weiter durch den Besuch der Technikerschule in Essen und der Oberklasse in Bochum. Damit einher ging ein beruflicher Aufstieg über Maschinensteiger Abbau zum Abteilungsleiter. Ab 1993, nach dem Verbund der Anlagen Pattberg, vormals Rheinpreußen, und Rossenray, vormals Krupp, mit dem Steinkohlenbergwerk Friedrich Heinrich, Kamp-Lintfort, zu Friedrich Heinrich / Rheinland, war er bis zu seinem Vorruhestand als Abteilungsleiter zuständig für die Großbänder.

 

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst ließ ihn der Bergbau nicht los. So war er ab 2004 als nebenamtlicher Lehrer an der Bergschule Moers tätig und ist es seit 2010 am TÜV-Berufskolleg in Bergkamen.

 

Manfred Reis ist Mitglied mehrerer Organisationen, die man bei einem Mann seines Werdegangs erwarten kann, in einer Partei, in der Gewerkschaft, im RDB (Ring deutscher Bergingenieure) und in der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e.V.. Er ist aber auch Mitglied in einem Verein ganz anderer Art, dem „Golfclub am Kamper Berg“.

 

Seit 1984 bewohnt die Familie Reis ein Haus in Kamp-Lintfort. Zum 50. Geburtstag machten Frau und Tochter Manfred Reis einen Schnupperkurs im Kamper Golfclub zum Geschenk, und der überzeugte ihn davon, dass Golf genau das war, was er gesucht hatte, die Möglichkeit zu sinnvoller Freizeitbeschäftigung, sportlicher Aktivität und sozialen Kontakten.

 

Golf wird oft für eine relativ neue Sportart gehalten. Tatsächlich ist es ein altes schottisches Spiel, das bereits 1457 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird. Als sein Entstehungsort gilt die kleine Stadt St. Andrews an der Ostküste Schottlands. Dort wurde 1754 der erste Golf-Club der Welt gegründet, der heute als einer der exklusivsten gilt. Ein schöner Zufall will es, dass Dirk Thomas, schon damals immer mit dem Foto-Apparat unterwegs, 1989 diesen Ort besuchte, und so können wir Ihnen neben den Bildern vom Kamper „Green“ mit Manfred Reis in Aktion auch solche von der Anlage in St. Andrews zeigen. Von Schottland wanderte das Spiel nach England, und von dort aus fand es langsam seine Verbreitung. In Deutschland entstand der erste Golf-Club 1895 in Berlin.

 

Ein Golfplatz umfasst in der Regel ca. 50 Hektar mit 18 Löchern. Das sind Hohlzylinder, die im Abstand zwischen 100 und gut 400 Metern in den Boden eingelassen und durch Richtungsfahnen markiert sind. Ziel des Spieles ist es, den Golfball mittels Schlägern mit möglichst wenig Schlägen von einem Loch ins nächste zu treiben. Ein Golfspieler braucht mehrere Bälle und mehrere, verschieden schwere Schläger. Diese Ausrüstung zieht er während des Spiels in einem Caddie mit sich über den Platz. Manfred Reis hat etwa zehn Bälle und neun Schläger.

 

Will man Mode-Magazinen und Fach-Journalen glauben, dann m u s s Golf in Spezialkleidung von Markenherstellern gespielt werden, von der odlo-Funktions-Unterwäsche bis zur Oberbekleidung an Hemden, T-Shirts, Pullovern und Hosen von Bogner, Ralph Lauren, Lacoste, Brax. Manfred Reis lacht: alles reichlich überkandidelt.

 

Zwar gibt es in allen Golf-Clubs in Deutschland einen Dress-Code, eine Kleider-Ordnung, die in manchen Clubs recht eng, in anderen etwas gelassener gesehen wird. Der Kamper Club zählt zu letzteren. Hier ist nur das Spielen in Jeans und kurzen Shorts nicht erwünscht. Von US-amerikanischer Lockerheit, von der der deutsche Weltklassespieler Martin Kaymer mit Wohnsitz in Phoenix/Arizona berichtet, sind deutsche Clubs weit entfernt. Er trainiert manchmal barfuß in T-Shirt und kurzer Hose.

 

Wichtig, sagt Manfred Reis, sind die Schuhe, spezielle wasserdichte Golfschuhe, in denen man gut laufen kann; denn die Strecken, die während eines Spiels zurückgelegt werden, bemessen sich immerhin nach Kilometern. Dazu trägt er eine bequeme Stoffhose und T-Shirts oder Pullover, die viel Bewegungsfreiheit lassen. Bei kühlen Temperaturen sind Handschuhe angesagt, und eine Regenjacke fährt im Caddie immer mit; denn man weiß ja nie, welche Wetterüberraschungen sich Petrus während eines Spieles, das doch einige Stunden dauert, ausdenken mag.

 

Golf war für Manfred Reis schon immer faszinierend gewesen. So schwer, hatte er sich gedacht, könnte es doch nicht sein, einen kleinen Ball mit einem Schläger in ein Loch zu befördern. Dass es durchaus nicht leicht ist, hat er inzwischen erfahren. Aber das Spiel macht ihm große Freude: viel Bewegung an frischer Luft und Gespräche über Gott und die Welt mit den Mitspielern. Er spielt drei Mal in der Woche mit immer denselben drei Partnern, und einmal im Jahr unternehmen sie gemeinsam einen Ausflug zum Golfplatz „Gut Düneberg“ bei Haren im Emsland, um zwei Tage lang dort zu spielen.

 

Auch auf dem Kamper Golfplatz tummeln sich Tiere; doch Enten und Eichhörnchen hat Manfred Reis noch nicht abgeschossen. Aber einmal musste er seiner Frau Marianne berichten, dass er einen Schwan getroffen hatte! — außer einem Schrecken trug der Vogel keinen Schaden davon. Und natürlich hat er schon etliche Bälle ins Wasser versenkt oder unauffindbar in die Büsche geschlagen! Das ist unvermeidlich und mindert den Spaß am Spiel, den wir Manfred Reis weiterhin von Herzen wünschen, nicht im Geringsten!