Fritz Raßmann und seine Geduldsflaschen

 

 

 

Im Jahre 1951 wurde ich in Moers geboren. Nach dem Abschluss der Volksschule begann ich auf dem Bergwerk Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort meine Ausbildung zum Betriebsschlosser. Nach Beendigung der Lehre wurde ich zum Jugendvertreter der Auszubildenden gemäß Betriebsverfassungsgesetz und zugleich in den Betriebsrat gewählt. Damit waren gleichzeitig die Weichen für meinen weiteren beruflichen Werdegang gestellt. Nach dem erfolgreichen Abschluss meines Studiums der Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre an der Sozialakademie in Dortmund wurde ich Jugendsekretär der IGBE in Moers. Später war ich in Hamm, Gelsenkirchen und in der Braunkohle in Alsdorf tätig. Im Jahre 1990 wechselte ich als Geschäftsstellenleiter nach Ibbenbüren und wurde dort zum Bezirksleiter der neuen Gewerkschaft IGBCE befördert.

Auch als Rentner bin ich heute noch in vielen Bereichen tätig. So habe ich maßgeblich beim Aufbau unseres Bergbau-Museums in Ibbenbüren mitgewirkt. Momentan wird ein Knappenheim eingerichtet, das unseren Vereinsmitgliedern als ständige Anlaufstelle dienen soll.

Nun möchte ich über meine kreative Leidenschaft berichten. Als Geduldsflaschen (auch Eingerichte) bezeichnet man themenbezogene Figuren, die in das Innere von Glasflaschen eingebaut werden. Seit Mai 2005 habe ich mich auf bergmännische Geduldsflaschen spezialisiert.

Diese Tradition kommt aus dem Vogtland sowie dem Erzgebirge und ist schon über 350 Jahre alt. Die älteste Bergbauflasche stammt aus der Gottorfer Kunstkammer mit der Jahreszahl 1679. Ein anderes altes Eingericht stammt vermutlich aus dem Goldbergbau bei Reichmannsdorf nahe Saalfeld in Thüringen.

Es enthält einen Bergmannsspruch und ein Monogramm, das eine Datierung um das Jahr 1725 ermöglicht.

Beim Aufbau des Vogtländisch-Böhmischen Mineralienzentrums Schneckenstein bei Klingenthal habe ich 2004 mitgeholfen. Wir haben einen riesigen Anthrazitkohlebrocken dorthin gefahren und im Museum aufgestellt.

Bei der Eröffnung 2005 habe ich die ersten Geduldsflaschen gesehen und mich dafür sehr begeistert. Sofort habe ich angefangen, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Bis heute sind 192 Unikate fertig, und noch viele sollen folgen.

Alle Figuren und Kleinteile werden selber hergestellt, zusammengefügt, angemalt und dann mit viel Geduld in die Flaschen eingebaut. Dabei können alle Glasflaschen verwendet werden, die durchsichtig und sauber sind. Von großen 3-Liter-Flaschen bis zum kleinen „Schnäpschen“ ist alles möglich.

In unserem Bergbau-Museum in Ibbenbüren sind viele meiner Unikate in Glasvitrinen ausgestellt und werden von den Besuchern bestaunt.

Auch im Kamp-Lintforter Museum „Haus des Bergmanns“ ist eines meiner kleinen Kunstwerke zu sehen. Das Museum wird von der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e.V. betrieben, deren Mitglied ich seit vielen Jahren bin. Ich nehme regelmäßig an den Mitgliederversammlungen im Knappenheim in Kamp-Lintfort teil und bringe häufig Geduldsflaschen mit, die von meinen Ruhrgebiets-Kollegen bestellt wurden.

Bestellungen nehme ich gerne per E-Mail unter FritzRassmann@t-online.de entgegen. Sie können mich jedoch auch stets unter der Telefon-Nummer 05451 – 45169 in Ibbenbüren erreichen.